„Vermögen ­besteuern“

Leserbriefe / 21.07.2020 • 19:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Kommentar von Harald Walser, VN vom 13. Juli:

Herr Walser hat seine liebe Not mit reichen Leuten. Eine höhere Besteuerung muss her, das einfach gestrickte Weltbild gewisser Leute: (Reiche) höher besteuern und alles wird gut. Herr Harald Walser behauptet, eine der Ursachen für Preissteigerungen bei Immobilien wäre die geringe Vermögensbesteuerung.

Diese Behauptung erschließt sich mir nicht. Die Umsatzsteuer auf Bauleistungen beträgt 20 Prozent und geht in die Wohnungspreise ein. Die Einkommensteuerprogression ist ebenso mitverantwortlich. Je mehr man infolge hoher Lebenshaltungskosten netto benötigt, umso höher muss das Bruttoeinkommen bei hohen Einkommensteuern (Lohnsteuer) sein, daran hängen sich auch die Nebenkosten. Das hatten wir jedoch alles schon. Es muss daher noch andere wichtige Ursachen für den Preisanstieg geben, z.B. hohe Nachfrage, knappes Angebot, klassische Preistreiber usw. Steuerbeispiele von anderen Staaten als Stütze heranzuziehen ist unseriös. Man muss immer das Gesamtsystem anschauen und nicht Einzelmaßnahmen hervorheben. Die Senkung der Einkommensteuer in den USA als Grund für soziale Unruhen und marode Infrastruktur zu nennen, ist verfehlt. Die Schweiz hat noch niedrigere Steuern und ist nicht marode oder von sozialen Unruhen geplagt. Wer ständig für neue und höhere Steuern plädiert, gefährdet den Wirtschaftsstandort Österreich und letztlich Arbeitsplätze.

Dr. Rudolf Rudari, Bürs

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