Wolf, Bär und Fuchs

Leserbriefe / 05.11.2020 • 17:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In letzter Zeit sind Tiere als „Schöpfungsgefährten“ auch in Leserbriefen in den Fokus gerückt. Dabei sieht man sie unter verschiedenen Gesichtspunkten: von der Perversion der industriellen Tierhaltung bis zur Gefahr, die für den Menschen noch immer von ihnen ausgeht, Stichwort Wolf. Dazu hat Prof. Dr. Haller erst kürzlich in einem VN-Kommentar sehr anschaulich die Ambivalenz aufgezeigt. Wir haben eben keine Idylle, in der Wolf und Lamm friedlich nebeneinander schlafen. In Mythen und Märchen, beispielsweise in den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm (ab 1812), kann man eine gewisse allgemeine Bewusstseinslage finden. Da tritt eine breite Zoologie auf, Wolf und Fuchs wohl am häufigsten, der Bär nur wenig. Es gibt alle Arten von Vögeln, vorwiegend Schwäne und Gänse, Fische, Pferd und Esel, Hund und Katze, Hase und Igel, den Froschkönig, die weiße Schlange, die Bienenkönigin, Hahn und Henne, Maus, Laus und Floh. Der Wolf ist im Volksbewusstsein der böse Aggressor, paradigmatisch der heimtückische Verführer des naiven Rotkäppchens, das er vor dem Besuch bei der kranken Großmutter zum Blumensuchen in den Wald (ins Unbewusste) lockt, bevor er dann beide in seiner Gier frisst. Der Jäger kann sie retten, happy end, der Wolf zahlt drauf.

Mag. Dr. Hildegard Pfanner, Bregenz

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