Verschwörungs­mythen

Leserbriefe / 27.11.2020 • 17:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wer noch immer meint, die abenteuerlichsten Theorien, etwa dass die Erde flach oder die Mondlandung erfunden sei, oder dass Merkels Aktivitäten von geheimnisvollen, finsteren Wesen geleitet würden, seien nur Hirngespinste in den Köpfen von Spinnern oder Dummen, wird durch die Erfahrungen der Gegenwart und Kommentare von Psychologen (z. B. Ö1, „Gedanken“, vom 22.11.) eines Besseren belehrt. Sie wuchern in breiten Gesellschaftsschichten. Aber woher kann das kommen? Wir hören Genaueres über die Gründe und halten es für wichtig, dass diese bewusster werden. Sie liegen in der „Demokratisierung des Wissens“, das kunterbunt in den Sozialen Medien umherschwirrt, in diffusen Zukunftsängsten, im Verlust des Vertrauens auf politische Kontrollfähigkeit, in einem Gefühl der Zugehörigkeit zu „denen, die es besser wissen“.

Dazu komme die Faszination an Grusel- und Schauergeschichten, die Menschen in ein irrationales Weltbild treibt und sie dann nicht mehr loslässt.

Es entsteht Schwarz-Weiß-Malerei mit konkreten Feindbildern, die auch Terror und Sendungsbewusstsein erzeugen kann. Die Gefahr sei im Wachsen, durch Autokratien verstärkt. Wo bleibt der Sapiens sapiens?

Mag. Dr. Hildegard Pfanner,

Bregenz

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.