Kirche und Kurz

Leserbriefe / 08.04.2021 • 18:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kürzlich hat jemand schriftlich an mich appelliert, doch künftig von meinen „besserwisserischen“ Leserbriefen abzulassen und stattdessen „Jesus und das Evangelium zu predigen“. Alberschwender Kirchenbesucher wissen, dass der Pfarrer genau Letzteres tut und praktisch nie politisch predigt. Wenn ich jetzt trotz diesem (für mich hoffentlich heilsamen) Appell schreibe, dann sind es drei Gedanken: 1. Dass ich mich enttäuscht sehe in meinem bisherigen Bild von Bundeskanzler Kurz; nicht so wegen der Inhalte der veröffentlichten Sätze, sondern dass „hinter“ dem öffentlichen Auftreten eine derart stillose Sprache möglich ist. 2. Wenn es kirchliche Steuerprivilegien geben sollte, die ungerecht sind, wird man diese im Dialog mit der Kirche professionell im Blick auf das Ganze aufarbeiten. 3. Ich „meine“, dass nicht nur ein Sebastian Kurz, sondern PolitikerInnen im Allgemeinen den fundamentalen Wert der Religion und des Glaubens für die positive Kraft eines Gemeinwesens weit unterschätzen; nicht nur strategisch, sondern auch aus Mangel an persönlicher Erfahrung und Kenntnis. Dabei heißt eine altchristliche Erfahrung: Wenn jemand fortgeschritten ist im spirituellen Leben, dann darf er großen Wert legen aufs Entscheiden und Handeln, hat er aber nur wenig Innerlichkeit, soll er auch nur wenig Verantwortung im äußeren Leben haben.

Pfr. Peter Mathei,

Alberschwende