„Regenbogen – immer und ewig“

Leserbriefe / 15.04.2021 • 19:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief von Pfarrer Jaquemar, VN vom 12. April:

„Friedlich, aber nicht schwul?“ Unter dem Schirm des Regenbogens, des uralten Menschheitszeichens, haben nur die Friedliebenden Platz, während Menschen mit gleichgeschlechtlicher Prägung außen vor bleiben sollen? Kann eine Gruppe für sich allein dieses Symbol für sich vereinnahmen? Das Bundeszeichen der jüdischen Tradition steht für das Überleben der Menschheit, für das friedvolle Zusammenleben – gemeinsam unter einem Dach. Dass sich die Friedensbewegung hier unter diesem Symbol wiederfindet: Ja – dabei darf aber nicht vergessen werden, gerade weil dieses Symbol ein Menschheitszeichen ist, dass alle, die es wünschen, eingeschlossen sind. Also statt „entweder – oder“ ein „auch und zugleich“. Wissenschaftler wie Isaak Newton haben eine wissenschaftliche Erklärung für dies Naturschauspiel geliefert – trotzdem hat der Regenbogen nichts von seiner Faszination bis heute verloren. Die Umwelt-Organisation Greenpeace verwendet die Regenbogenfarben als Symbol für Schutz der Umwelt und Bewahren der Schöpfung. Aber ist es das Wesen eines Symbols, dass es sich auf eine Vorstellung reduzieren lässt? Eben darum befremdet mich die Aussage „Ich bin friedlich, nicht schwul“. Was Wunder, wenn auch eine Gruppe von Mitmenschen gerade dieses Regenbogen-Zeichen als besonders geeignet empfindet, bunte, schillernde, vielfältige Identität auszudrücken?

Ilka Wimmer,

Satteins