Die schleichende Entrechtung von uns Bürgern

Leserbriefe / 23.04.2021 • 18:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es gibt Menschen, die bei Demonstrationen lautstark die Einhaltung der Grundrechte einfordern. Grundrechte – diese bedingen auch Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Der einzelne Bürger muss in Krisensituationen deshalb Pflichten wahrnehmen. Befolgung von Maßnahmen des Staates zum Schutz des Lebens mit besonderem Augenmerk für die Schwächeren. Im Nachhinein kann sich die eine oder andere Maßnahme als überzogen herausstellen. Das ist bei neuen, unbekannten Herausforderungen normal. So manche sind leider nur auf ihren persönlichen Vorteil bedacht. Die Klimakrise ist in aller Munde. Doch was machen die Menschen? Sie kaufen sich einen protzigen SUV, den sie ohnehin nur schleichend durch die überfüllten Agglomerationen bewegen können. Ein Elektro-Caddy vom Golfplatz wäre hier nicht langsamer, aber wesentlich klimaschonender. Egozentrik und Ekpathie haben in unserer Wohlstandsgesellschaft bedauerlicherweise ein hohes Ausmaß erreicht. Solange sich der Bürger als der Dumme sieht, wenn er sich keinen Vorteil vor den anderen schaffen kann, ist das bedenklich. Der Staat wird zunehmend als Selbstbedienungsladen gesehen. Er setzt darum gerade jetzt Maßnahmen, um mehr Macht auf den Bürger ausüben zu können. Ein Beispiel: Das Recht auf Volksabstimmung in Vorarlberg wurde – völlig unverständlich – vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. Ich sehe dies als Schritt in autoritäre Strukturen und somit für weniger Mitsprachemöglichkeit für den Bürger.

Robert J. Bösch, Lustenau