Hexenjagd wie im Mittelalter

Leserbriefe / 29.04.2021 • 17:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als der junge Theologe Martin Luther (1483-1546) den Ablass-Handel der röm.-kath. Kirche scharf kritisierte und eine Glaubenserneuerung vornehmen wollte, wurde er von Papst und Kaiser verfolgt und für rechtlos erklärt. 2021 werden nun 53 mutige Schauspieler(innen) wie Ketzer verfolgt, weil sie in satirischer Form die Corona-Maßnahmen des politischen und medialen Establishments kritisierten. Die wichtigste Bürgerpflicht ist aber derzeit die von der Regierung verordnete Angst und das Untertanentum, daher die Aufregung im Internet. Ich habe alle Beiträge gesehen und als ehemaliger Regisseur und Theaterdirektor in Deutschland finde ich solche Aktionen wichtig, noch dazu wo die Beiträge künstlerisch hervorragend gemacht sind und in keiner Weise eine Verhöhnung der Corona-Erkrankten bzw. des Pflegepersonals darstellen. Eine radikalisierte Umwelt versucht nun die Künstler zu katalogisieren. Andersdenkende werden lächerlich gemacht, ausgestellt und vorgeführt. Übrigens verteidigte kürzlich im Fernsehen der konservative CDU-Kanzlerkandidat Laschet die Künstler, indem er sagte: „In einer Demokratie hat jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung!“ Österreichs Regierungspolitiker schweigen zu diesem Thema. Zu beschäftigt sind die Türkisen mit merkwürdigen Fotos auf ihren Handys. Ich glaube in Pandemiezeiten ist ohnehin der gesunde Menschenverstand total abhandengekommen. Man hält die Meinung anderer nicht aus und so sind vernünftige kontroverse Diskussionen Fehlanzeige.

Mag. Eduard Steininger, Bürs