Zwei Frauen-
recht­lerinnen

Leserbriefe / 02.07.2021 • 17:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vor kurzem verstarb Italiens „Frauenrechts-Oma“ Lisa Zappitelli im Alter von 109 Jahren. Sie galt als landesweite Ikone des Einsatzes für Frauen- und Bürgerrechte und Staatspräsident Sergio Mattarella rühmte sie 2018 als „Beispiel für alle.“ In der katholischen Kirche ist es schwerer, als Frauenrechtlerin Berühmtheit zu erlangen. Aber die französische Theologin Nathalie Becquart ist auf dem besten Weg dazu. In einem Webinar der Weltunion Katholischer Frauenorganisationen sagte sie vor wenigen Tagen, eine lebendige Kirche müsse auf Fragen und Forderungen der Frauen eingehen und Frauen müssten in allen Entscheidungsgremien präsent sein. Es brauche einen ständigen Dialog zwischen den Geschlechtern. Eine synodale Kirche müsse sich in den Dienst aller stellen; dies sei eine große Herausforderung. Papst Franiskus hat diese „kirchliche Frauenrechtlerin“ schon lange zu einer der „Unter-Sekretärinnen“ der Synode 2023 ernannt. Dem untertänigen Titel zum Trotz ist sie damit die erste Frau mit Stimmrecht auf einer Bischofssynode. Das hat einen unschätzbaren symbolischen Wert. Doch Papst Franziskus rät allen Lokalkirchen in den nächsten zwei Jahren einen synodalen Weg „in Bodennähe“ auszuprobieren. Wir hoffen, dass das zum Ergebnis führt, dass 2023 auf der Synode an der Seite von Nathalie Becquart eine recht beachtliche Zahl von Frauen und (nicht-geweihten) Männern das Stimmrecht erhalten werden.

Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn