Bioturbo

Leserbriefe / 18.07.2021 • 17:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Bericht „Land zündet Bioturbo“, VN vom 16. 7. 2021:

Die einzige enkeltaugliche Vision wäre das „Bioland Vorarlberg“ gewesen. Diese wurde vor über zehn Jahren durch die Mogelpackung „Ökoland“ gezielt zunichte gemacht. Die rote Laterne (Anteil Biobetriebe im Bundesländervergleich) ist eine logische Konsequenz und politische Bankrotterklärung. Dazu gehört auch, die Schuld mantraartig den Konsumenten bzw. dem Handel umhängen zu wollen. Solange der Großteil der öffentlichen Gelder für die Landwirtschaft unter mehr oder weniger Einhaltung gesetzlicher Mindestnormen und mit staatlichem Gütesiegel aufgepeppt in die konventionelle (industrielle) Schiene fließt, wird sich an diesem System nichts ändern. Bio bleibt eine Nische für überzeugte Bauern und Konsumenten, die sich das leisten können/wollen. Den jüngsten Beschluss zur gemeinsamen Agrarpolitik der EU, der nur 25 Prozent der Gelder an Umweltauflagen bindet, zuhause als „Green Deal“ und Erfolg verkaufen zu wollen, kann man in diesem Zusammenhang nur noch als Sarkasmus und Verantwortungslosigkeit bezeichnen. Dazu passt auch der aktuelle Aufschrei der Land- und Forstwirtschaft gegen die geplante EU-Forststrategie wegen „zu viel Naturschutz“.

Dr. Erik Schmid, FA für Tierhaltung und Tierschutz, Götzis