Der Glaube an Gott

Leserbriefe / 19.07.2021 • 17:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In Prozentzahlen wird dieser von Zeit zu Zeit von soziologischen Institutionen erfragt; im Verlauf eines Jahrzehnts sank dieser Glaube in Deutschland und Österreich von 47 auf jetzt 39 Prozent. Aber
was ist das für ein Glaube, der am Telefon angegeben wird? Und welche Tendenz hat der zahlende Auftraggeber?

Es gibt das Statistikamt des Staates und wissenschaftlich orientierte Institutionen. Wirtschaftliche Interessen fragen nach den Bedürfnissen der Menschen. Der Wirklichkeit am nächsten kommen interne Befragungen wie die von „Kirche sind wir alle“ in Österreich, an der an die 500.000 Katholiken teilnahmen – das waren Menschen, die der Kirche und deren Gottesvorstellung innerlich verbunden waren; bezogen auf heute sind das 8,9 Millionen dividiert durch 0,5 Millionen – ergibt aufgerundet 5 Prozent; diese glauben noch an den „Kirchengott“. „Gott“ ist eine Vorstellung in unserem Bewusstsein; ein Begriff, dem die einen (39 Prozent) Realität mit unterschiedlichen Qualitäten geben, die anderen (61 Prozent) aber die Realität absprechen. Unser Bewusstsein ist kollektiv schlagseitig: Staat und Kirche haben Autorität verloren. Die Wirtschaft verbunden mit der Wissenschaft ist mit ihren Wohlstandsversprechen eine Macht, die im Bewusstsein wirkt. In dieser Situation wirken Klimawandel und Corona im Bewusstsein chaotisch, auch die Wirtschaftsvertreter sind verunsichert. Nach der „Apokalypse“ macht „Gott“ alles neu.

Josef A. Schmidt, Nenzing