EU – das könnte
auch weg

Leserbriefe / 13.01.2022 • 19:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es gibt EU-Mitgliedsstaaten, denen der Minimalkonsens an historischer und ethischer Bedeutung, sowie die elementarsten Grundlagen der Europäischen Union völlig egal sind. Exemplarisch seien hier Polen und Ungarn genannt, es gibt noch weitere mit ähnlichen, wenn auch schwächeren Tendenzen. Die oft übervollen Subventions- und Fördertöpfe scheinen hinreichend magnetisch, beinahe magisch zu sein. Und ganz ohne Kristallkugel prophezeie ich, dass die Aufnahme einer Handvoll Kleinstaaten des Westbalkan das Problem gewiss nicht verringern wird. Der alberne Glaube, man könne den zunehmenden Einfluss Saudi-Arabiens und Chinas ebendort dadurch begrenzen, ist naiv. Deshalb schlage ich eine flotte und selbstverständlich faire Möglichkeit vor, teilnehmende Staaten bei fortgesetzter Dysfunktionalität mit simpler Zweidrittelmehrheit auch wieder loswerden zu können. Im Gegenzug könnte sich Brüssel eventuell um attraktiveren Nachwuchs bemühen und sei’s vorerst nur in einer engen Kooperation. Das gälte wohl für Island, Norwegen, Schottland und die Schweiz. Jeder Elternsprechtag wäre wohl ein gelassener Spaziergang. Diese Länder müssten umworben werden, denn sie alle spielen in der Oberliga, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise.

Lothar Herburger, Lochau

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