Faschismus und
Impfpflicht

Leserbriefe / 16.01.2022 • 17:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bestürzt und entsetzt habe ich die Wortmeldungen des „grünen“ Stadtrats von Dornbirn, Hämmerle, entgegengenommen. Möglich, dass er nicht alles so gesagt hat. Er wird sich zu rechtfertigen wissen. Aus einer Familie stammend, die den Faschismus in seiner austrofaschistischen und danach national-sozia-listischen Prägung erlebt hat und im Widerstand dazu war, wende ich meinen heftigsten Einspruch gegen die hier erfolgten Diktionen ein. Es ist historisch irrwitzig und falsch, Entwicklungen im Kontext der diskutierten Impfpflicht auch nur annähernd mit den Ereignissen der Faschismen in Europa, insbesondere in Deutschland und in Österreich zu vergleichen. Wer das tut, hat entweder wirklich keine Ahnung von Geschichte und politischen Begriffsformulierungen, oder er verharmlost in völlig unhaltbarer Weise die Ereignisse des vorigen Jahrhunderts, die zu einer Massenvernichtung von Juden, Homosexuellen, Roma, Sinti, vielen politisch Andersdenkenden und letztlich von Millionen Menschen im Zweiten Weltkrieg geführt haben. Wenn Hämmerle an diesem Vergleich festhält, dann ist in dieser Argumentation nicht mehr viel Unterschied festzustellen zu einem Herbert Kickl, der mit diesen Vergleichen der extremen Rechten einen Gefallen erwiesen hat. So verharmlost man das Handeln faschistoider Bewegungen des vorigen Jahrhunderts. Da hilft auch nicht der Vergleich mit Joschka Fischers Nato-Politik. Ich fordere Rücknahme und Entschuldigung Hämmerles von dieser Diktion oder seinen Rücktritt.

Andreas Postner, Rankweil

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