Widersprüchliche EU

Leserbriefe / 03.02.2022 • 17:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Man kann es nach den Tragödien von Fukushima und Tschernobyl kaum glauben, dass die EU-Kommission die Atomenergie (zusammen mit Erdgas) als „nachhaltig“ und „klimafreundlich“ einstuft und dieser äußerst gefährlichen Energiegewinnung damit ein „grünes Mäntelchen“ umhängt. Dass hier nur dem im Wahlkampf befindlichen französischen Präsidenten nachgegeben wird, der damit zu EU-Fördermitteln für seine vielen maroden Atomkraftwerke kommen will, ist ein wirklicher Schlag ins Gesicht für alle Umweltschützer. Zudem passt dies überhaupt nicht zu dem lobenswerten EU-Förderprogramm „Green Deal“, der ja bekanntlich lobenswerterweise mit hunderten Milliarden Euro diverse klimafreundliche Projekte in allen EU-Staaten fördern sollte. Solche Widersprüchlichkeit fördert nur die EU-Gegnerschaft und es bleibt leider nur noch die kleine Hoffnung, dass unsere Umweltministerin mit ihrem eingebrachten rechtlichen Einspruch zusammen mit Deutschland und möglichst vielen dem naturnahen Zeitgeist entsprechenden EU-Parlamentarier(innen) eine mehrheitliche Ablehnung dieses Unsinns herbeiführen können. In Zeiten wie diesen und im Kampf um den Erhalt einer auch für unsere Kinder/Kindeskinder noch lebenswerten Erde ist doch für alle Institutionen (Familie, Gemeinde, Länder, EU) das Gebot der Stunde, möglichst nichts mehr zu unternehmen, was unserer Natur und ihrem bewährten Kreislaufsystem dauerhaften Schaden zufügt. Und dazu zähle ich auch auf Landesebene die absolut unzeitgemäße Heli-Skiing-Genehmigung und die geplanten naturzerstörenden Straßenbauten (S-18, Feldkircher Stadttunnel).

Egon Troy, Fußach