Ausreichend Hebammen?

Leserbriefe / 23.02.2022 • 17:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Alterndes Hebammengewerbe“, VN vom 18. Februar:

Laut einer aktuellen Umfrage soll es genügend Hebammen im Land geben. Dieses Fazit können wir so nicht stehen lassen: Viele Frauen finden nach wie vor schwer eine Hebamme für die Vor- und Nachsorge. Der landesweite Bedarf an Hausgeburten ist nicht abgedeckt, da von den – seit kurzem – fünf Hausgeburtshebammen vier nur im Raum Unterland tätig sind. Auch der Stellenplan in den Krankenhäusern zeigt: Von der sichersten Form der Geburtshilfe laut WHO, der Eins-zu-Eins Betreuung, sind wir in Vorarlberg nach wie vor entfernt. Hebammen betreuen nicht selten bis zu vier Geburten gleichzeitig. Laut Statistik werden medizinische Interventionen aber oft dann nötig, wenn die Gebärenden in akuten Phasen alleine gelassen und dadurch verunsichert werden. Viele Paare wollen die Hebamme, die sie bei dem intimen Ereignis der Geburt ihres Kindes begleiten wird, im Vorfeld kennenlernen. Ein dies gewährleistendes Beleghebammensystem, wie in anderen Bundesländern vorhanden, gibt es hierzulande offiziell nicht. Auch die aus der Umfrage hervorgegangene anstehende Hebammen-Pensionierungswelle sollte bei den Verantwortlichen die Alarmglocken läuten lassen. Es ist eine Investition in die Zukunft, die Rahmenbedingungen für die Geburten im Land so zu gestalten, dass Vorarlberger Familien und die sie begleitenden Fachpersonen gestärkt werden. Denn: ein guter Start ins Leben ist Primärprävention 1 A!

Brigitta Soraperra, Natalie Gmeiner, Birgit Kalb, IG Geburtskultur a-z, Feldkirch