Wir werden an die Wand gefahren!

Leserbriefe / 18.04.2022 • 18:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vorarlberg ist ein Milch- und Käseland. Da bei uns die Grünlandwirtschaft vorherrschend ist, leben die allermeisten Bauern von der Milch. Der Obmann der Vlbg. Braunvieh Jungzüchter sagt nach der Durchsicht seiner Milchgeld-Abrechnungen, dass wir 1994 den gleichen Milchpreis hatten wie heute – mehr als 25 Jahre später. Während der Lebensmittelhandel den Konsumenten weit mehr als 1 Euro pro Liter aus der Tasche zieht, werden wir Milchbauern mit einem Almosen abgespeist. Wenn ich als Landwirt im Lagerhaus Futtermittel oder beim Fachhändler einen Bestandteil für meine Maschinen kaufe, muss ich den Preis bezahlen, der auf dem Produkt steht. Wie die Fam. Hager aus Dornbirn-Winsau in ihrem VN-Artikel vom 8. Dezember 2021 richtig schreibt: „Der Bauer ist es seit Jahrzehnten gewohnt, dass er nimmt, was man ihm gibt.“ Wo gibt es solche Regelungen? Richtig! Nur in der Landwirtschaft. Hier wird auf dem Rücken von uns immer weniger werdenden Bauern eine katastrophale Agrarpolitik betrieben.

Das ist der Dank dafür, dass wir unsere Alpen und Höfe sauber und ordentlich bewirtschaften. Jedenfalls muss schnell eine Lösung her. So kann und darf es nicht weitergehen. Entweder muss der Erzeuger-Milchpreis 30–40 Cent pro Liter hinauf, oder die Förderungen müssen verdoppelt werden. Wichtig gerade in diesen Zeiten: Wir Bauern erzeugen beste Lebensmittel direkt vor Ihrer Haustüre!

Peter Hagspiel, Hittisau

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