Der Bregenzer Grießbrei

Leserbriefe / 01.05.2022 • 17:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es ist in keiner Weise zu verstehen, warum man ausgerechnet in Bregenz seit Jahren im Stadtkern, diesen abscheulichen und auch technisch ungeeigneten „polenta-farbenen“ Belag auf Straßen und Gehwegen verlegt. In unserer deutschen Nachbarschaft, in ganz Europa, ja auf der gesamten Welt werden Plätze und Gehwege insbesondere in den historischen Stadtteilen mit den prächtigsten Pflaster- und Plattenbelägen in grandiosen Mustern ausgeführt. Schon aus technischen Gründen ist dieses Vorgehen absolut abzulehnen. Der Belag ist rau, schmutzend, besonders bei öligen Flüssigkeiten, trocknet schlecht auf und hat natürlich in kürzester Zeit seine Farbe – denn das Grundmaterial ist nicht lichtbeständig – verloren. Einbauteile beginnen zu rosten und Anschlussstellen an Einbauteilen und Häusern rosten oder platzen auf. Wehe, wenn einmal irgendwo zusätzliche Leitungen eingebaut werden müssen, oder gar Schäden im Untergrund auftreten. Der abscheuliche Belag hat am Kornmarktplatz bereits die „Korallenbleiche“. Aus historisch-architektonischer Sicht ist diese strukturlose, fleckige, bleiche Oberfläche ein krasser Gegensatz zu dem Baubestand. Man muss sich die Frage stellen, was in den Köpfen der Stadtvertreter vor sich geht und welche „fachliche Kompetenz“ sich diese Herrschaften herausnehmen. Man gewinnt den Eindruck, dass hier protektionistische Gründe in die Entscheidung einfließen! Quo vadis Bregenz 2000?!

Ing. Gerhard Miltner, Bregenz