Wie man trickreich Preiserhöhungen ­verkauft

Leserbriefe / 04.05.2022 • 17:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die vkw informierte via Mail über ihre Preiserhöhung: Für einen durchschnittlichen Haushalt erhöhen sich die monatlichen Energiekosten um rund 10 Euro. Durch die Aussetzung der Ökostromförderung in diesem Jahr ist aber „(fettgedruckt!) lediglich mit einer Steigerung der Gesamtkosten von rund 2,50 Euro brutto pro Monat zu rechnen“. 2,50 Euro, ein Pappenstiel angesichts der derzeit grassierenden Energiepreise. Danke vkw, für dieses humane Vorgehen! Wenn man jedoch weitere Informationen sucht, erfährt man, dass sich der Verbrauchspreis um 43,5 % und der Grundpreis um 7,8 % erhöhen.

Und der bisherige Musterhaushalt mit 5000 kWh Jahresverbrauch wurde einfach um zwei Personen, d.h. auf einen Durchschnittsverbrauch von 3500 kWh verringert – so sehen die Zahlen nicht so dramatisch aus! Die Familie mit 5000 KWh Verbrauch zahlt inklusive der Ökostromförderung über 14 € pro Monat bzw. im Jahr 170 € mehr.

Und das wird mit 2,50 € verkauft! Argument für die Preiserhöhung ist die Verteuerung an der Energiebörse. Mein Strom wird aber nur zu
7 % mit verteuertem Gas produziert, 93 % stammen aus Wasser, Wind und Sonne, die ihre Energie nach wie vor gratis an die entsprechenden Anlagen abgeben. Wer da wohl profitiert? Auf ihrer Homepage präsentieren sich die illwerke-vkw als „kundenverpflichtet“ und „gewissenhaft“. Ehrlich: müsste das nicht konzernverpflichtet und skrupellos heißen?

Herbert Dünser,

Schnifis