Kormoran am Bodensee, eine Erfolgsgeschichte

Leserbriefe / 12.05.2022 • 18:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN/Hartinger

VN/Hartinger

Erstmalig einen Kormoran am Bodensee sah ich in den 1980ern, damals noch eine Seltenheit. Jahre später, der Kormoran war nicht mehr so selten, wurde er als „heimisch“ erklärt. Ein Privileg, welches mancher Fisch trotz jahrhundertelanger Anwesenheit nicht erhalten hat. Dieses Privileg bedeutet auch, dass dafür Sorge zu tragen ist, dass sich der Kormoran hier reproduzieren kann. Als Nistbäume vom Kot geschwächt und letztlich von Bibern gefällt wurden, mussten ihm von Menschenhand Nisthilfen aufgebaut werden. Heute ziehen nicht enden wollende schwarze Vogelschwärme über den See. In Anbetracht der stetig steigenden Individuenanzahl, die hunderte Tonnen Fisch frisst, fragt Berufsfischer Franz Blum jun. mit Recht, ob ein Bekenntnis zu dieser Berufsgruppe von den Verantwortlichen am See noch gegeben ist. Ich möchte die Ausführungen von Herrn Blum noch ergänzen. Wir haben das Privileg, aus dem Lebensmittel Nr. 1, unserem Trinkwasser, ein gesundes und absolut regionales Lebensmittel wie heimischen Bodenseefisch gewinnen zu dürfen. Da drängt sich schon die Frage auf, sind wir wirklich bereit, ein so wertvolles und nachhaltiges Nahrungsmittel, das auf kürzestem Weg am Teller landen könnte, zum Vogelfutter zu erklären? Es ist blauäugig anzunehmen, dass sich in einer so beeinflussten Umwelt die Prädatorenfrage noch selbst regelt!

Walter Küng,

Hard