Von wem ist der Krieg gewollt?

Leserbriefe / 13.05.2022 • 17:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief von Doris Hämmerle, Lustenau, und Alfred Fuchs, Dornbirn in der VN vom Samstag 07.05.22

Sehr interessant die Darstellung und die Sichtweise von Frau Doris Hämmerle und Herrn Alfred Fuchs. Punktgenau treffen sie in ihren Leserbriefen die Ursachen des jetzigen Krieges.

Es sind unter anderem Fehlentscheidungen des Westens in der jüngeren Vergangenheit, und sie haben zum Teil historische Wurzeln. Bestätigt werden die Darstellungen durch Aussagen von Professor Dr. Hans Köchler, Gründer der International Progress Organisation mit Sitz in Wien. „Im globalen Wettbewerb der Macht will sich das eine Gemeinwesen nicht von einem anderen Gemeinwesen vereinnahmen lassen.“

Die Ausweitung der NATO in Richtung Osten hat die Interessen Russlands zu sehr ignoriert. Bundeswehr-Oberstleutnant Jochen Scholz, während des NATO-Krieges gegen Jugoslawien im Dienst, stößt wegen des Ukrainekrieges ins gleiche Horn: „Man sollte sich fragen, was Aktion und was Reaktion ist, und man sollte beides nicht verwechseln.“

Er verließ 1999 die SPD wegen Lügen und Falschdarstellungen der Politiker, die mit der Realität vor Ort nicht übereinstimmten. Auch Georg Friedmann, Chef des Nachrichtendienstes Stratfor, sieht in den jetzigen Turbulenzen das Interesse der US-Außenpolitik, ein gedeihliches deutsch-russisches Miteinander zu verhindern. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieser Konflikt ungelöst bleiben soll. Vor allem Europa wird dadurch auf längere Zeit sowohl wirtschaftlich als auch politisch nachhaltig geschwächt.

Adolf Zwahlen, Lustenau