Wohlstand auf dem Prüfstand

Leserbriefe / 17.05.2022 • 18:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In einem Interview verwendete Hannes Androsch kürzlich Wörter wie ‚Wohlstandsverlust‘ und ‚Wohlstandsverschiebung‘. Was immer er auch damit meinte, an den Wohlstand haben wir uns gewöhnt. Oder anders gesagt, wir kennen fast nichts anderes. Sommer- und Winterurlaub. Reisen. Obst und Früchte aus allen Regionen der Erde zu jeder Jahreszeit, usw. Auf einmal sollen wir auf all dies verzichten, nur weil ein quergestelltes Schiff im Suezkanal die Lieferkette blockiert? Weil ein kleines Virus die Welt in Atem hält und uns das gesellschaftliche- und wirtschaftliche Leben versaut? Weil uns ein Krieg vor der Haustür eine Teuerung von noch nie dagewesener Dimension beschert? Das kann es doch wohl nicht sein! Da ist die Politik gefordert! Diese kann sich aber nicht um alles kümmern und hat in Zeiten wie diesen ziemlich viel um die Ohren. Ministerwechsel. Angelobungen. Parteitage, allein schon der Standing Ovations wegen. Untersuchungsausschüsse jagen die schwarzen Schafe – mittlerweile schon Schafherden. Schließlich gilt es ja auch abzuklären, was es mit der Kaffeekasse in der Vorarlberger Wirtschaftskammer wohl auf sich hat. Also ein großes Arbeitspensum! Da hat der Wohlstand doch noch etwas zu warten!

Tone Schneider, Klebern, Egg