Naturverträgliche Landwirtschaft, ideologiebefreit

Leserbriefe / 21.06.2022 • 18:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ich weiß nicht, ob Franz Ströhle je in der Landwirtschaft gearbeitet hat, ich tat es in meiner Kindheit und Jugend in den Nebenerwerbslandwirtschaften meiner Großeltern und deren Nachbarn. Ihre ökologischen Fußabdrücke waren sicher klein, das Leben aber karg und ihre Bewegungsapparate wegen lebenslanger schwerer körperlicher Arbeit mit 60 kaputt. Diese Art Nachhaltigkeit will sicher auch kein grün Bewegter. Ein paar Fakten: Vorarlbergs Landwirtschaft könnte, naturverträglich aber nicht bio, um die 100.000 Einwohner ernähren, d.h. 300.000 Einwohner leben von Importen. Zwei Wochen Vorarlberg absperren und es gibt Mord und Totschlag um die restlichen Lebensmittel. Viele Schwellenländer und afrikanische Staaten, letztere fast durchwegs „dank“ Misswirtschaft der eigenen Regierungen und ungebremstem Bevölkerungswachstum, sind extrem abhängig von Getreide­importen aus Russland und der Ukraine. Gerade auch darum will Putin die Ukraine. Hat er sie, kann er rund 2 Milliarden Menschen mit der Sperre von Getreidelieferungen erpressen. Die EU kann sich mit Getreide locker selbst versorgen, wenn der Fleischverbrauch um 50% reduziert wird, was auch fürs Volk gesund wäre. Flächendeckend bio erledigt sich soundso von selbst, da es zukünftig schlicht darum geht, alle zu leistbaren Preisen ausreichend mit vernünftiger konventioneller Landwirtschaft zu ernähren. Wer echte Fakten statt Ideologie sucht, lese die Juniausgabe der VN-Beilage „Pragmatikus“.

Dr. Klaus König, Lauterach