Artemis eins

Leserbriefe / 13.09.2022 • 17:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Man mag sich fragen, warum die aktuelle Mondrakete, die auch österreichische Technologie enthält, aber schon dreimal beim Start gescheitert ist, ausgerechnet diesen Namen hat. Hört man jedoch Mediensprecher, die die zweite Silbe auf dem „e“ betonen, kann man schließen, dass nicht mehr allgemein bekannt ist, wer Artemis war oder ist. In der griechischen Mythologie ist sie die Tochter des Zeus und der Leto, auf Delos geboren, Göttin der Jagd und Hüterin der Tiere und der freien Natur, auch Geburtsgöttin, von den Römern gleichgesetzt mit Diana. Als solche passt sie wohl nicht besonders gut zum kahlen Mond. Eher verdankt die unbemannte Rakete ihren Namen dem Zwillingsbruder Apollon. Als eines der sieben Weltwunder galt in der Antike das Artemision von Ephesos, ein Artemistempel, der ursprünglich als Kultstätte einer Vegetationsgöttin aus dem 6. Jh v. Chr. stammte. Ob mit Artemis zwei dann auf dem Mond eine Vegetation entstehen könnte? Immerhin sollen in der künftigen Rakete Männer und Frauen sitzen.

Mag. Dr. Hildegard Pfanner,

Bregenz