Inflationsabfederung

Leserbriefe / 15.09.2022 • 17:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
apa

apa

Die Möglichkeiten zur Inflationsabfederung sind fast nur auf nationalstaatliche Maßnahmen beschränkt. Es wird alles Mögliche verlangt, Mietendeckel, Preisdeckel, Übergewinnbesteuerung, Mehrwertsteuersenkung, Erhöhung von Löhnen, Pensionen und Transferzahlungen. Das kostet alles Geld, es ist daher die Gegenfinanzierung zu überlegen. Steuern haben wir schon genug, Neuverschuldung belastet unsere Zukunft. Auf der anderen Seite wirft man mit dem Geld nur so um sich, z.B. Klimabonus für Asylanten – ein Schildbürgerstreich. Mietendeckel und Preisdeckel haben den Geruch nach Zwangswirtschaft. Sie führen außerdem dazu, je nach Höhe des Deckels, dass weniger angeboten wird und sich Schwarzmärkte bilden. Die Übergewinnbesteuerung hat den Geruch nach Populismus. Hat man das in der Coronakrise von den Pharmariesen verlangt? Zunächst bitte den Begriff „Übergewinn“ genau definieren. Betroffen sind hauptsächlich die Energieversorger. Man muss ihnen Geld lassen für Neuinvestitionen usw., die sehr kostspielig sind. Diese unselige „merit order“ muss schleunigst abgeschafft werden. Gezielt wären Kleinpensionen zu erhöhen, nicht aber Luxuspensionen. Mehrwertsteuersenkung sind nicht sinnvoll, kommen meist beim Konsumenten nicht an und begünstigen auch Besserverdiener. Vorsicht bei Transferzahlungserhöhungen, sie sind im Regelfall irreversibel. Mit Arbeitslosengeld, einigen Zuschüssen und evtl. Pfusch nebenbei, verdient man mehr als manche(r) Werktätige. Der Arbeitskräftemangel wird dadurch nicht verbessert.

Dr. Rudolf Rudari, Bürs