Kriegstreiber – wer?

Leserbriefe / 26.09.2022 • 18:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zu den Leserbriefen „Kriegstreiber“ vom 23.09.2022 bzw. „Kriegstreiber Russland oder die Ukraine?“ vom 16.09.2022:

Hr. DI Richard Schmidt hat nicht ganz unrecht. Überhaupt gibt es in der Beurteilung der aktuellen Situation und deren Ursachen kein 100 % Recht oder Unrecht. Tatsächlich schaut jede „Supermacht“ –
v. a. die USA – mit übrigens ebenso imperialistischer Vorgehensweise wie Russland (man vergesse nicht: Kuba, all die Lateinamerikanischen Länder, die von den USA in rechte Diktaturen und Bürgerkriege gestürzt wurden, Vietnam und natürlich die letzte große Sauerei, der Irak-Krieg) am Ende der Tage auf den eigenen Vorteil. Und ja, es ist richtig, dass die USA früher eine andere USA war und uns im 2. Weltkrieg befreiten und unterstützten. Allerdings entstand auch der generöse „Marshall Plan“ nicht nur aus reiner Menschenliebe heraus, sondern aus der Tatsache, dass in der damaligen Zeit ein wiederauferstehendes und wiedererstarkendes Europa auch den USA wirtschaftlichen Aufschwung und Nutzen brachten. Final geht es also um den eigenen Vorteil, ob nun strategisch oder wirtschaftlich oder beides. Im Übrigen hatte die USA immer schon ein Problem, dass sich Europa und Russland zu nahe verbandeln (Widerstand der USA gegen Nordstream2). Und auch das nicht aus reiner Menschenliebe, sondern weil es in den Augen der USA ein Ungleichgewicht wäre und die USA dadurch weniger Öl und Gas an Europa verkauft. Kapitalismus pur.

Christian Salzmann, Dornbirn

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