Ite missa est – hä?

Leserbriefe / 02.11.2022 • 17:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Lieber Pfarrer Trentinaglia, man wusste früher sehr wohl, was „ite missa est“ bedeutet, da die Sakramente im Religionsunterricht sehr genau erklärt wurden. Ebenso hat man die Worte „deo gratias“ nicht im Sinne von „endlich us“ verstanden, denn viele blieben nach der hl. Messe knien, um Danksagung zu halten. Man wusste, dass bei der Messe Christus sich opfert zur Sühne für unsere Sünden. Beim Betreten der Kirche hat man Jesus mit einer Kniebeuge begrüßt. Aus Ehrfurcht vor Gott wurde nur das Notwendigste und das leise gesprochen. Die Kerzen am Altar hat man vom Tabernakel ausgehend entzündet und zum Tabernakel hin wieder gelöscht, um Jesus als das Licht der Welt zu ehren. Wer kommunizierte, hat am Sonntag von Mitternacht an gefastet und selbstverständlich gebeichtet. Denn wer mit einer schweren Sünde die Kommunion empfängt, begeht Gottesraub. Man hat im Advent als Vorbereitung auf Weihnachten und in der Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern gefastet. Wie arm die Kirche geworden ist. Wo sind denn die überzeugten nachkonziliaren, gläubigen Scharen? Also rümpfen wir nicht selbstgefällig die Nase über den Glauben unserer Väter, wir haben wahrlich keinen Grund dazu. Nehmen wir ein Beispiel an ihnen. Der moderne Glaube reißt keinen mehr vom Hocker.

Raimund Dür, Mäder

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