Der stille Tod der Gastronomie

Leserbriefe / 30.11.2022 • 18:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der Leidensweg der Gastronomie begann 2009 mit hohem Investitionsaufwand zur Einrichtung von getrennten Raucher- und Nichtraucherbereichen. Trotzdem wurde die Kampagne gegen die Raucher weiter angeheizt, und am 1.8.2015 von Rot-Schwarz ab dem 1.5.2018 das totale Rauchverbot entschädigungslos beschlossen. Vorher waren schon Allergieinformationen auf Speisekarten gefordert. Dazu kam am 1.1.2016 die Registrierkassenverordnung, die die Unternehmer verpflichtete, mit neuartigen Registrierkassen Belege auszudrucken und unter Strafdrohung dem Kunden auszufolgen. Am 24.4.2018 folgte durch Türkis-Blau die Aufhebung des absoluten Rauchverbotes, wirkte aber nur bis 1.11.2019, als es die rot-türkisen Nationalräte als Vorwahlzuckerl endgültig in Kraft setzten. Die 50 m2-Raucherlokale verschwanden. Das Unheil steigerte sich durch Coronamaßnahmen weiter: monatelange willkürliche Betriebsschließungen und Betretungsverbote, zunächst nur für Covid-Ungetestete, später auch für Ungeimpfte. Auch die Gastgärten waren nicht ausgenommen. Dazu kam die Maskenpflicht für Besucher und Kellner sowie die Registrierpflicht – die Gastwirte als Polizeiorgane.

Das Personal wanderte ab, die Betriebe verschuldeten sich trotz zeitweiliger Hilfen. Jetzt die Energieteuerungswelle, die zum Todesstoß für Tausende Kleinbetriebe ausholt. Ein 30%-Zuschuss für Energiemehrkosten wird an den Verzicht auf Heizstrahler auf kalten Gastterrassen geknüpft. Eine steuerliche, mittelständische Entlastung erfolgte hingegen nicht. Berechtigte Frage: Wird eine wichtige Säule unserer Kulturtradition zerstört und werden damit Orte der Begegnung und des Meinungsaustausches ausgelöscht?

Dr. Dietmar Loy, Schwarzach

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