Schweiz und die EU

Leserbriefe / 21.12.2022 • 17:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Bericht „Hickhack zwischen EU und der Schweiz“, VN vom 16. 12.:

Interessante Ausführungen der EU-Mandatarin Claudia Gamon, nur werden sie sich in der Zukunft nicht bewahrheiten. Das Schweizervolk wird keine Einschränkung seiner Souveränität zugunsten der EU tolerieren. Die direkte Demokratie ist in der Schweiz seit über 150 Jahren, trotz bekannter Schwächen, ein Erfolgsmodell. Die Forschungsgelder der EU werden garantiert weiter fließen. Zunehmende technische Handelshemmnisse sind völliger Unsinn. Die Schweiz ist geradezu Musterknabe in der Einhaltung der technischen EU-Directives and Regulations. Richtlinien und Normen werden mit einer jahrelangen Vorlaufzeit entwickelt. Dabei hat die Schweiz eine hohe Gewichtung in der Einführung von regionalen (Europa ist in der Normung nur eine Region) CEN, CENELEC und ETSI Normen. Außerdem stellt sie in etlichen internationalen Gremien der ISO, IEC und ITU den Convener. Das Projekt EC2G war beispielsweise ein Projekt des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA). Ziel war es, bei der Überarbeitung der europaweit angewandten Eurocodes die Philosophie der konsistenten, praxistauglichen SIA-Tragwerksnormen einzubringen und damit eine Annäherung der Eurocodes an die Schweizer (!) Tragwerksnormen zu erreichen. Grundlage war ein von der EU-Kommission und der EFTA an das CEN erteilter Normungsauftrag (Mandat M/515). Auch wenn die politischen Europäer sich noch so bemühen, der Geist von Wilhelm Tell ist nicht in die Knie zu zwingen.

Robert J. Bösch,

Lustenau

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