Wehleidige Verhinderungspolitik

Leserbriefe / 21.12.2022 • 17:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Mit Erstaunen lese ich die Aussagen von ÖVP-Stadträtin Veronika Marte zu den Investitionsprojekten des Bürgermeisters. Die ÖVP in Bregenz ist aus politischem Opportunismus so ziemlich gegen alles, was derzeit in Bregenz projektiert wird. Bei all dem Antagonismus ist nicht klar, wofür die ÖVP mit Marte steht. Die ÖVP war in Bregenz drei Jahrzehnte lang am Ruder, hat aber in dieser Zeit kaum kein zukunftsweisendes Stadtprojekt auf den Weg gebracht. Wo Politik in strategische Stadtentwicklung investiert, wird urbane Attraktivität, Wirtschaft, Kultur, Umwelt und Lebensqualität nachhaltig verbessert. In Bregenz ist man während der letzten Jahrzehnte auf den Händen gesessen. Resultate dieser Untätigkeit und Phantasielosigkeit sind Staus und Verkehrsinfarkt, statt Bregenz Mitte ein Parkplatz mit Würstelbude, beschämende Architektur („Leberkäshaus“), der hässlichste Bahnhof Österreichs, spärliche Premium-Einkaufsmöglichkeiten und – für eine Kultur-und Landeshauptstadt – ein anämisches Hotel- und Restaurantangebot.

Konsequenzen: Viele Kunden fahren lieber durch den Tunnel gleich nach Dornbirn zum Einkaufen oder über die Grenze nach Lindau. Eine lebenswerte Stadt der Zukunft sieht anders aus – und Beispiele gibt es rund um den Bodensee und weltweit. Martes ÖVP täte gut daran, statt kurzsichtiger, wehleidiger Verhinderungspolitik auch als Opposition konstruktiv an einer positiven Stadtentwicklung für Bregenz mitzuwirken.

Henri Gastinau,

Bregenz

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