„Massive

Leserbriefe / 19.01.2023 • 18:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Austrittswelle“

Zum VN-Bericht vom 12. Jänner:

Mit welchen Folgen müsste die österreichische Kirche rechnen, wenn sie auf das staatliche Pfändungsrecht verzichten würde und Kirchenbeiträge auf ein Freiwilligkeits-system umgestellt werden würden? 1. Es würde bald keine Austritte mehr geben (siehe Italien, Spanien, Frankreich, Rumänien u.a.), weil der Hauptanlass zum Austritt weggefallen wäre. 2. Es gäbe kein Hindernis mehr für Patenschaften, sofern die gewünschte Person gläubig ist, was sie ohnehin in der Regel war. 3. Keine tiefgehende Entfremdung von der Kirche, wie sie durch den Austritt meist lebenslang bestehen bleibt. In Ländern ohne Austritte gibt es diese „amtliche“ Kluft zur Kirche nicht. 4. Allerdings: Bis zur Einrichtung eines „Freiwilligkeitssystems“ könnte das Personal (Priester, Verwaltung und Pastoral) nicht mit den gewohnten Einkommen rechnen. 5. Ebenso müsste die Finanzierung zur Erhaltung der Kirchen eingeschränkt werden, weil man (noch) nicht wissen könnte, wie viel Geld ohne staatliche Sanktion hereinkommt. 6. In Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, Rumänien, Polen, Ungarn, natürlich auch in afrikanischen Ländern, in Nord- und Südamerika, unterhalten die Kirchen keine vergleichbare Verbindung mit dem Staat; deshalb ist „Austritt“ für sie kein Thema, weil „staatlich“ (wie bei uns) gar nicht möglich. 7. Der Glaube der Menschen in den genannten Ländern ist trotz „ärmerer“ Bedingungen mindestens so lebendig und tief wie bei uns.

Peter Mathei, Alberschwende

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