Ein kritischer Blick zurück

03.05.2019 • 09:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die neue Inszenierung von „König Ottokar“ ist ab Samstag im Vorarlberger Landestheater zu sehen.vlt/Köhler
Die neue Inszenierung von „König Ottokar“ ist ab Samstag im Vorarlberger Landestheater zu sehen.vlt/Köhler

Premiere für „König Ottokars Glück und Ende“ nach Franz Grillparzer, inszeniert von Johannes Lepper.

19.30 Uhr, vorarlberger landestheater, grosses haus, bregenz 100 Jahre ist es her, dass die Habsburgermonarchie zusammenbrach, dass sich aus den Resten einer absolutistischen europäischen Großmacht die junge Republik Österreich entwickelte, getragen von demokratischen Idealen.

Wie war das eigentlich damals mit dem Aufstieg der Habsburger? Grillparzer schrieb seinen „König Ottokar“ als eine Art Weihefestspiel der Restauration, beschrieb den gottgewollten Sieg eines edlen und vernünftigen Rudolf von Habsburg über den zwar faszinierenden, aber egoistischen und unberechenbaren Böhmenkönig. Es lohnt sich, diesen „Ottokar“ heute wieder einmal zu erzählen, als eine kraftvolle Tragödie um Ehrgeiz, Leidenschaft und Verrat einerseits, als eine kritische Untersuchung der Mechanismen von Herrschaft, Intrige und Macht andererseits.

„König Ottokars Glück und Ende“ ist ein europäisches Stück, das die Frage nach der Bedeutung nationaler Identität berührt und gleichzeitig aufzeigt, wie eng Herrschaftskalkül mit Demagogie und Populismus verbunden ist – Themen, die uns heute wieder mehr denn je unter den Nägeln brennen.

Vorstellungen bis 22. Juni. Termine und VVK unter landestheater.org