Bergs Oper „Lulu“ neu interpretiert

Leserservice / 14.08.2013 • 14:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In Olga Neuwirths „American Lulu“ wird die von Männern umschwärmte und Männer in den Selbstmord treibende Lulu mit einem weiblichen Auge betrachtet und aus einer anderen Perspektive dargestellt. foto: vN/steurer

In Olga Neuwirths „American Lulu“ wird die von Männern umschwärmte und Männer in den Selbstmord treibende Lulu mit einem weiblichen Auge betrachtet und aus einer anderen Perspektive dargestellt. foto: vN/steurer

„Lulu“ wird von der Komponistin Olga Neuwirth neu erschaffen.


20:00 werkstattbühne, festspielhaus, bregenz.
Die vielfach ausgezeichnete österreichische Komponistin Olga Neuwirth wirft einen neuen Blick auf eine der schillerndsten Frauengestalten der Theatergeschichte: In „American Lulu“, ihrer Auseinandersetzung mit Alban Bergs „Lulu“, werden die drei Hauptpersonen zu Afro-amerikanern, deren Schicksal vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Protestbewegungen der 60er- und 70er-Jahre erzählt wird.

An Lulu leiden und sterben die Männer: Verewigt in Alban Bergs gleichnamiger Oper, verkörpert sie den klassischen Typ der Femme fatale des frühen 20. Jahrhunderts. Umschwärmt und dennoch immer unerreichbar, leidenschaftlich und dennoch immer scheinbar völlig kalt, treibt sie die Männer mit ihrer verhängnisvollen Mischung aus Hingabe und Ablehnung reihenweise in den Selbstmord; nur um am Ende als Prostituierte selbst ihr Leben zu lassen – als Opfer des Massenmörders Jack the Ripper.

In Neuwirths Auseinandersetzung mit Alban Bergs Werk werden die Figuren Lulu, Geschwitz und Schigolch zu den Afroamerikanern Lulu, Eleanor und Clarence.

In Bregenz ist American Lulu am 16. und 17. August als österreichische Erstaufführung zu sehen. Es spielt das Scottish Opera Orchestra unter der Leitung des aus Großbritannien stammenden Gerry Cornelius. Regie führt der Brite John Fulljames, der zuletzt 2010 Weinbergs „Das Porträt“ im Theater am Kornmarkt inszeniert hat. Die Ausstattung stammt von der Schweizerin Magda Willi, das Licht vom Briten Guy Hoare und das Video Design von seinem Landsmann Finn Ross.

Infos und Karten: www.bregenzerfestspiele.com