Klassiker des Existenzialismus: „Geschlossene Gesellschaft“

Leserservice / 15.04.2022 • 09:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean-Paul Sartre: Die Metapher einer Höllenfahrt in der Grausamkeit einer Dreier-Konstellation. AP/Matthias HOrn
Die „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean-Paul Sartre: Die Metapher einer Höllenfahrt in der Grausamkeit einer Dreier-Konstellation. AP/Matthias HOrn

Das Burgtheater gastiert mit Jean-Paul Sartres Stück zwei Mal im Bregenzer Festspielhaus.

19.30 Uhr, Festspielhaus, bregenz Stellen Sie sich vor, nach dem Tod ginge das Leben noch irgendwie weiter. Jedoch nicht, wie Sie es vielleicht entlang christlicher Vorstellungen erwarten würden, in einer Art ewiger Verzückung vor dem Gesang himmlischer Heerschafen, auch nicht zwischen Feuern, glühenden Eisen und den Schreien der ewig gefolterten Sünderinnen und Sünder. Nein, dieses Leben nach dem Tod ist zäh, gleichförmig, ohne jede Abwechslung, nicht einmal die Augen kann man hier schließen. Das Licht brennt ohne Unterlass, Schlaf gibt es keinen, es ist stickig und heiß, keine Fenster, keine Spiegel. Sie sind an diesem Ort nicht allein, sondern diese ewige Wohngemeinschaft besteht aus drei Untoten, die für immer eine höllische Dreiecksbeziehung führen werden, eine Ménage-à-trois, voller Missgunst, Eifersucht und Demütigung. Kein Ende abzusehen, keine Erlösung, kein Ausweg. Das ist die Grundsituation von Jean-Paul Sartres Klassiker „Geschlossene Gesellschaft“. Ein Schlüsselwerk zum Verständnis von Sartres Philosophie der Freiheit, die um die Frage kreist, wie uns die Blicke der Anderen gegen unseren Willen definieren.

Besetzung: Tobias Moretti (Joseph Garcin),
Dörte Lyssewiski (Inès), Regina Fritsch (Estelle), Christoph Luser (Kellner). Regie: Martin Kušej.

Aufführungstermine: 16. April, 19.30 Uhr, 17. April, 16 Uhr. Tickets und Infos unter bregenzerfestspiele.com

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