Chef der Männerpartei will vor Gericht weiter seinen Mann stehen

Vorarlberg / 18.10.2016 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hannes Hausbichler (r.) am Zivilgericht. Er lehnt jeden Vergleich mit der klagenden Anwältin Birgitt Breinbauer ab.  Foto: VN/Sohm
Hannes Hausbichler (r.) am Zivilgericht. Er lehnt jeden Vergleich mit der klagenden Anwältin Birgitt Breinbauer ab. Foto: VN/Sohm

Anwältin klagt Männerservice-Obmann nach Newsletter-Attacken auf Unterlassung.

Feldkirch. Ein Mann, ein Wort: „Es ist wichtig, dass der Männerservice nicht zum Schweigen gebracht wird!“, macht der beklagte Hannes Hausbichler, Obmann der Männerpartei, bei der Verhandlung am Zivilgericht Feldkirch gleich einmal deutlich. Klägerin ist Birgitt Breinbauer, ihres Zeichens Rechtsanwaltskammerpräsidentin. Es geht um Rufschädigung und Ehrenbeleidigung.

„Heimtückische Strategien“

Nochmals zur Erinnerung: Hausbichler hatte einen Newsletter an tausend Adressaten geschickt. Darin unterstellte er Breinbauer in einem Scheidungsfall „heimtückische Strategien mit Wissensvorsprüngen bei Unterhaltsvergleichen zu Lasten von Männern“, „schmutzige Tricks“ und Handlungsweisen „an der Grenze zum Betrug“ (die VN berichteten).

Das stieß der Kammerpräsidentin sauer auf. Doch nicht etwa die Angriffe auf ihre Person, soondern eben die strafrechtlich relevanten Unterstellungen. Sollte Hausbichler jedoch so etwas zukünftig unterlassen, könne man noch von einem Vergleich reden. Das bietet Breinbauers Anwalt Ekkehard Bechtold gleich zu Beginn der Verhandlung an.

Der Beklagte aber bleibt dabei: „Es geht mir nicht darum, Frau Breinbauer eins auszuwischen. Aber es war eine ethisch nicht korrekte Vorgehensweise.“

Nun bewegt sich die Verhandlung auf der Stelle, das Klima im Gerichtssaal wird hitziger. Breinbauer, ihr Anwalt Bechtold, Hausbichler und dessen Rechtsvertreter Sanjay Doshi unterbrechen sich gegenseitig. Niemand weicht von seinem Argumentationskurs ab. „Ich werde Sie noch öfters unterbrechen, weil ich mir Ihren Unsinn nicht anhören will“, schmettert etwa Bechtold in Richtung Hausbichler. Man müsse sich nicht von jedem „ans Bein pinkeln lassen“.

Verhandlung vertagt

Der ganze Zwist hat inzwischen schon einen Streitwert von 43.200 Euro erreicht. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Hausbichler lehnt einen Vergleich nach wie vor ab.

Er will es stichhaltig beweisen, das mit der Grenze zum Betrug. Dafür benötigt er Zeugen. Richterin Julia Summer vertagt den Prozess auf unbestimmte Zeit.