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Ärzte wehren sich gegen den Rauch

von Iris Burtscher

Bürgerinitiative macht gegen das Tabakgesetz mobil und sammelt Unterschriften.

bregenz. (VN-ib) 800 Personen haben unterschrieben, in den nächsten Tagen sollen es noch viel mehr werden: Die parlamentarische Bürger­initiative „Ja! zu rauchfreier Atemluft“ hat das Ziel, Österreich ein besseres Tabakgesetz zu bescheren.

„Unser Gesetz ist eine Schande. Von Kalifornien bis Neuseeland, von Norwegen bis Malta gibt es einen besseren Nichtraucherschutz“, ärgert sich Manfred Neuberger, Mitinitiator und Vizepräsident der „Ärzte gegen Raucherschäden“. Die Folgen in Österreich: schwere Erkrankungen und der vorzeitige Tod von mehr als 10.000 Menschen jährlich. Die Initiative fordert ein generelles Rauchverbot ohne Ausnahmen und mit Kontrollen. Nachdem bereits über 500 Österreicher unterschrieben haben, muss sich der Nationalrat mit dem Anliegen beschäftigen. „Je mehr es sind, umso höher ist der Druck“, hofft Neuberger auf weitere Unterschriften.

Österreich hat derzeit ein lasches Gesetz, das in vielen Lokalen missachtet wird. „Das hiesige Gesetz wurde von Spanien abgeschrieben. Dort gibt es aber seit zwei Jahren neue Regeln, weil man gesehen hat, dass es nicht funktioniert“, erklärt Neuberger. Sein Problem: „Politiker hören nicht auf Ärzte, sondern auf Lobbyisten. Unser Gesundheitsminister ist furchtbar feig. Aber vielleicht ist der nächste mutiger.“

Auch Vorarlberger unterstützen die Initiative. Vorne dabei: Christine Klien, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin. Der 54-Jährigen geht es um den Arbeitnehmerschutz: „Als Beschäftigter in der ­Gastronomie bekommt man mehr Schadstoffe ab als viele Raucher.“

Toxisch und schädlich

Sie tritt für ein strengeres Rauchverbot ein: „Es gibt nur eine Lösung: In Räumen wird nicht geraucht. Rauchen ist toxisch und schädlich. Es müssen sich eben ein paar Politiker ein Herz nehmen und sagen: Es geht so nicht mehr.“

Hans Gasser (56), Allgemeinmediziner in Höchst, hat ebenfalls schon unterschrieben. „Wenn Leute kritisieren, dass die Eigenständigkeit der Raucher eingeschränkt ist, vergessen sie dabei, dass die Nichtraucher mitbetroffen sind. Die sind in der Mehrheit, fallen aber durch den Rost.“ Das jetzige Tabakgesetz bezeichnet er als halbherzige Lösung: „Die Gastwirte tun mir leid. Auf sie hat man die Umbaumaßnahmen umgewälzt. Ein klarer Schnitt wäre am einfachsten gewesen.“

Werner Furlan (56), Feldkircher Nuklearmediziner, hat ebenso unterzeichnet. „Die derzeitige Wischi-waschi-Lösung ist lächerlich“, sagt er klar. „In den meisten Lokalen wird geraucht. Es gibt kaum Nichtraucherschutz, auch nicht für Bedienstete. Jeder Betrieb mit giftigen Gasen wird vom Arbeitsinspektorat gepiesackt, beim Tabakgesetz gibt es keine Kontrollen. Ich halte das für Schwachsinn.“

Informationen zur Initiative und Möglichkeit online zu unterstützen: www.unterzeichne.at

Es gibt nur eine Lösung: In Räumen wird nicht geraucht.

Christine Klien, Arbeitsmedizin
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