Die wilden Bewohner Vorarlbergs. Stockente

Auf großem Paddelfuß

von Redaktion

Die Erpel tragen auch ein schmales weißes Halsband.

schwarzach Ob fließend oder stehend, groß oder klein, natürlich oder künstlich angelegt: Die Stockente fühlt sich fast überall wohl, wo es Gewässer gibt. Unverkennbar sind vor allem die Männchen (Erpel) mit ihren orangeroten Füßen, dem gelben Schnabel und dem flaschengrünen Kopf und Hals. Der Schwanz ist weiß mit vier gekrümmten kurzen schwarzen Federn, die als „Erpellocken“ bezeichnet werden. In der Zeit von Ende Juni bis August trägt der Erpel allerdings sein braunes Schlichtkleid und sieht darin dem Weibchen sehr ähnlich. Lediglich die Schnabelfarbe verrät dann, ob es sich um ein Männchen (gelb) oder ein Weibchen (orangebraun) handelt. 

Die Stockente ist die wohl bekannteste und häufigste Schwimmentenart in Europa. Im Gegensatz zu Tauchenten liegen die Flügel und der Schwanz der Schwimmenten immer deutlich über der Wasseroberfläche. Die Tiere gelten auch als sehr gute Taucher. „Wenn Gefahr droht, verstecken sie sich unter Wasser oder täuschen eine Verletzung vor, um von ihren Küken abzulenken“, sagt Gernot Heigl, Wildbiologe und Geschäftsführer der Vorarlberger Jägerschaft.

Wärmetausch

Damit die Stockenten im Winter nicht auf dem Eis festfrieren, hat sich die Natur etwas sehr Schlaues einfallen lassen. Während ihr Körper etwa 40 Grad Celsius warm ist, haben sie eiskalte Füße. Die Blutgefäße im Entenbein laufen dicht aneinander vorbei und übernehmen die Funktion eines Wärmetauschsystems. Das eine Gefäß führt warmes Blut nach außen, das andere kaltes Blut nach innen. Weil die Blutgefäße so nah beieinander liegen, wird das kalte Blut auf dem Weg nach innen aufgewärmt, während das warme Blut auf dem Weg nach außen abgekühlt wird. Die Ente kühlt dadurch weder aus, noch schmilzt sie das Eis weg und friert fest. Als zusätzlicher Schutz vor Nässe und Kälte fetten die bis zu 1,2 Kilogramm schweren Tiere ihr Gefieder mit einem öligen Sekret ein, das sie in der Büzeldrüse am Schwanzansatz produzieren.

Auf ihrem Speiseplan stehen überwiegend Wasser- und Landpflanzen sowie Samen und Wintertriebe. Im Sommer ernähren sie sich auch von Schnecken, Würmern und Insekten. Ihr Nest bauen die Stockenten in Gebüschen nahe am Wasser oder in kleinen Höhlen. Die Küken schlüpfen alle gleichzeitig und verlassen das wärmende Nest bereits am ersten Tag. „Es gibt deutlich mehr männliche als weibliche Enten. Das liegt daran, dass die Enten beim Brüten am Land mehr Gefahren, beispielsweise durch Füchse, ausgesetzt sind“, erläutert Heigl. Nach der Brutzeit beginnt die Mauser. Das Gefieder wird abgeworfen und die Ente kann etwa vier Wochen nicht fliegen.

Jägersprache

abstreichen wegfliegen

einfallen sich niederlassen

Geheck Ente mit Küken im Nest

Gelege Eier im Nest

Schwingen Flügel

Schoof eine kleine Gesellschaft/mehrere Enten

Stoß Schwanz

Latschen Füße

Erpel männliche Ente

Ente weibliche Ente

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