Hohenems will leere Wohnungen füllen

von Redaktion

Hohenems Die Datenschutzgrundverordnung muss derzeit für vieles herhalten. In Hohenems zum Beispiel hat sie die Herangehensweise im Kampf gegen leer stehende Wohnungen und Häuser verändert. Wie Bürgermeister Dieter Egger (FPÖ) erklärt, lautete der Plan, Eigentümer persönlich anzusprechen. Das klappt nun nicht, weil Datenschutz. Also erdachte die Stadt einen Plan B. Ab sofort existiert eine Telefonnummer, an die sich Leerstandsbesitzer mit allen Fragen und Befürchtungen wenden können. Das Ziel lautet: mehr Wohnungen auf dem Markt.

Im Frühjahr präsentierte die Landesregierung eine Studie über den sogenannten Leerstand. Demnach stehen rund 8000 Wohneinheiten leer. Darunter befinden sich sowohl bezugsfertige Wohnungen als auch alte Bauernhäuser. Weshalb lässt jemand seine Wohnung unbewohnt? Die Liste der Motive ist lang, wie die Studie ergab. Manche möchten sich mit dem Mietrecht nicht herumschlagen, andere fürchten sich vor schlechten Mietern. Manche wiederum müssten kräftig Geld in die Immobilie stecken, um sie zu sanieren. „Viele Menschen haben unbegründete Ängste“, erläutert Egger. Die Stadt möchte dem mit einer Hotline entgegenwirken. Das Immobilienunternehmen „Nachbauer und Partner“ hat sich zur Verfügung gestellt, alle Fragen gratis zu beantworten.

150 Wohneinheiten

Hohenems ist nicht die erste Gemeinde, die sich dem Thema widmet. Dornbirn testete das Projekt „Sicher Vermieten“, welches auf das ganze Land ausgeweitet wird. In Lustenau wurde „ein guter Rat“ ersonnen, um alte Häuser fit für den Wohnungsmarkt zu bekommen. Dem ging eine umfassende Studie voraus. Hohenems hat darauf verzichtet, berichtet Bürgermeister Egger: „Wir lassen die Erkenntnisse des Landes einfließen. Aber man muss kein Wissenschaftler sein, um das Problem zu erkennen. Es reicht, mit offenen Augen durchs Land zu fahren.“ Die Stadt rechnet mit bis zu 150 Wohnungen und Häusern, die in Hohenems mobilisiert werden können. Das Projekt soll nach einem Jahr bewertet werden. Die Gesamtkosten beziffert die Stadt mit mehreren Tausend Euro.

Wie schwierig die Vermietung ist, zeigt das Projekt des Landes zusammen mit der Vogewosi. Über „Sicher Vermieten“ werden derzeit 24 Wohnungen vermietet, heißt es aus dem Landhaus. Die Stadt Hohenems möchte trotz eigener Initiative Teil von „sicher Vermieten“ werden. Für Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) ist die Zweigleisigkeit kein Problem: „Jede Initiative ist grundsätzlich zu begrüßen, wir werden die Zusammenarbeit suchen.“ VN-mip

Servicenummer: 05576/7101-1134. Dort erhält jeder unverbindlich und gratis Informationen, wie mit leeren Häusern oder Wohnungen umgegangen werden soll.

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