Forschung in China „unter Vorbehalt“

Markt / 21.10.2012 • 18:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kritische Teile werden oft nicht in China gefertigt. Foto: Reuters
Kritische Teile werden oft nicht in China gefertigt. Foto: Reuters

Österreichs Unternehmen misstrauen in China dem Schutz geistigen Eigentums.

Peking, wien. Österreichische Unternehmen in China betreiben zwar mehrheitlich Forschung und Entwicklung, misstrauen aber doch dem Schutz geistigen Eigentums. Meist wird daher im Unternehmen geforscht, Kooperationen mit chinesischen Firmen und Universitäten bleiben die Ausnahme, zeigt eine Studie der Außenhandelsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich, Advantage Austria. Kritische Komponenten werden oft gar nicht in China gefertigt. Mehrheitlich werden nur Produkte weiterentwickelt, um sie an die lokalen Bedürfnisse anzupassen, insbesondere, um sie billiger erzeugen zu können. Echte Forschung betreibt nur rund ein Fünftel der österreichischen Unternehmen in China. Chinesische Forschungsergebnisse oder Technologie nutzen nur wenige Teilnehmer an der Studie. Fast jedes zehnte Unternehmen hat aber Lizenznehmer in China.

Auch wenn zuletzt das europäische Patentamt darauf hingewiesen hat, dass China bei den Patentanmeldungen rasant aufhole, sehen österreichische Unternehmen in den meisten Branchen noch keinen technologischen Vorsprung Chinas. Dementsprechend wird auch mehr österreichische Technologie in China lizensiert als umgekehrt. Vor allem im Automobilsektor wird Chinas Technologie als rückständig angesehen. Maschinen- und Anlagenbauer finden, dass China technologisch mithalten kann; eine Einschätzung, die vom Kunststoffsektor geteilt wird. Bei Konsumgütern, Innenarchitektur, Textilien, Mode und Lifestyle widerspricht man der Aussage, dass Chinas Technologie rückständig sei.