Tourismus-Mitarbeiter für den Winter gesucht

Markt / 21.10.2012 • 18:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für die Vorarlberger Saisongebiete werden im Winter wieder Fachkräfte gesucht. Foto: VN/Hofmeister
Für die Vorarlberger Saisongebiete werden im Winter wieder Fachkräfte gesucht. Foto: VN/Hofmeister

Saisonmitarbeiter werden mittlerweile in ganz Europa rekrutiert. Verdienstsituation gut.

Schwarzach. Bis zum Start in die Wintersaison sind es noch ein paar Wochen. Die Suche nach entsprechenden Mitarbeitern ist derzeit aber schon voll im Gange. Benötigen die Vorarlberger Hoteliers und Gastronomen im Sommer 10.000 Fachkräfte, sind es im Winter 12.500. Der Bedarf kann schon lange nicht mehr von Einheimischen abgedeckt werden. So kommen die Saisonkräfte zusätzlich aus anderen Bundesländern oder EU-Ländern. Ein Teil wird über das Saisonkontingent abgedeckt. „Heuer haben wir 290 Mitarbeiter über das Kontingent bewilligt bekommen“, erklärt Harald Furtner, Geschäftsführer der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer. Mit dem Kontingent können Mitarbeiter aus Drittstaaten rekrutiert werden.

Rekrutierungsaktion läuft

Ein großer Teil der Mitarbeiter ist Stammpersonal. Zusätzlich werden in verschiedenen Ländern Europas Mitarbeiter rekrutiert.

Bis November ist die Wirtschaftskammer zusammen mit dem AMS auf insgesamt elf Jobbörsen quer durch Europa unterwegs. So begibt man sich unter anderem in Holland, Schweden, Tschechien, Ungarn, Griechenland, Spanien, Kroatien, Gran Canaria oder Mallorca auf die Suche nach geeignetem Personal für den Winter. Insgesamt laufe die Personalsuche derzeit gut, betont Furtner. Es deute alles darauf hin, dass es ein normales Jahr ohne Sorgen und Probleme werde. Das sei erfreulich, hat es auch sehr extreme Jahre gegeben, in denen der Arbeitsmarkt ausgetrocknet war.

„Was wir heuer allerdings feststellen, ist, dass sich die saisonalen Arbeitsmärkte verschieben“, so Furtner. Konnten bis vor ein paar Jahren noch Tausende Mitarbeiter aus Ostdeutschland gewonnen werden, gebe es dort nicht einmal mehr die Bereitschaft, Jobbörsen zu organsieren, weil die dortigen Betriebe aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation selbst dringend Mitarbeiter benötigen.

Bemühen um Mitarbeiter steigt

Was sich über die Jahre eklatant verändert habe, sei das Bemühen der Tourismusbetriebe um die Stammmitarbeiter, betont Furtner. Man habe erkannt, dass es immer schwieriger wird am Arbeitsmarkt, auch aufgrund der demografischen Entwicklung. „Die Zahl der Nachwuchskräfte wird immer spärlicher. Dazu kommt, dass sich auch die osteuropäischen Länder touristisch und wirtschaftlich stark entwickeln.“ Aus diesem Grund bewege sich auch die unlängst präsentierte Tourismusstrategie 2020 mit dem Ziel, Mitarbeiter verstärkt zu pflegen, zu betreuen und zu binden. Es gehe darum, seine Mitarbeiter genauso zu binden wie seine Stammgäste, so Furtner.

Zu verdienen sei im Tourismus durchwegs gut. Bereits im Hilfsbereich werde durchschnittlich 1200 bis 1300 netto gezahlt. „Je nach Servicequalität und Position steigen auch die Gehälter“, erklärt Furtner. Saisonarbeit sei also aufgrund der Entlohnung höchst interessant. Dazu komme das Trinkgeld und die Tatsache, dass auch die Unterkunft und Verpflegung vom Betrieb übernommen würden. „Natürlich ist es kein Acht-Stunden-Job, dafür geht man am Ende der Saison aber mit einem tollen Einkommen nach Hause“, so Furtner.

Für die Wintersaison ist man bei den Betrieben jedenfalls sehr positiv gestimmt. Nachdem der heurige Sommer ausgezeichnet lief und man hinsichtlich touristisches Angebot sehr gut aufgestellt ist, sei man zuversichtlich, dass der Winter ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis bringen werde.

Die Zahl der Mitarbeiter aus Ostdeutschland geht zurück.

Harald Furtner