Vorarlberger sind weniger lang im Krankenstand

Markt / 24.10.2012 • 21:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorarlberger sind weniger lang im Krankenstand

Vorarlbergs Beschäftigte 2011 öfter krank, aber weniger oft als im Österreichschnitt.

Schwarzach. (VN-ee, reh) Wie lange ein Beschäftigter in Österreich im Jahr im Krankenstand ist, ist stark von regionalen Unterschieden geprägt. 10,2 Tage waren die Vorarlberger im vergangenen Jahr durchschnittlich „außer Dienst“. Ein Wert, der deutlich unter dem Österreichdurchschnitt von 13,2 Tagen liegt. 2010 waren es durchschnittlich 10 Tage in Vorarlberg und 12,9 Tage in Gesamtösterreich. Das entspricht zwar insgesamt einer Steigerung, im Vergleich zu früheren Jahren ist der Wert allerdings noch immer niedrig. Immerhin waren es 1980 österreichweit noch 17,4 Krankenstandstage pro Kopf und Jahr.

Dass es überhaupt zu einem Anstieg kam, ist laut Fehlzeitenreport des Hauptverbands auf eine ungewöhnlich starke Grippewelle 2011 zurückzuführen. Auch insgesamt haben sich die Ursachen für die Krankenstände verändert. Arbeitsunfälle sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen, gleichzeitig stieg der Anteil der Atemwegserkrankungen. Im vergangenen Jahr ging schon jeder fünfte Krankenstandstag auf diese Diagnose zurück. Auch psychische Krankheiten nehmen jedes Jahr zu.

Dass die Vorarlberger weniger Tage im Krankenstand sind als der Durchschnitts­österreicher, liegt laut Manfred Brunner, dem Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK), auch an den Präventivmaßnahmen: „Ich denke, das ist mit auch eine positive Auswirkung davon, dass man in Vorarlberg sehr viel im Bereich Vorsorge, Prävention und Gesundheitsvorsorge macht.“

Betriebe können Beitrag leisten

Der Fehlzeitenreport zeigt auch die Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung: Wo es Unterstützung im Betrieb gibt, die Zufriedenheit mit der Führungsqualität hoch ist und Gratifikationen geboten werden, sind die Krankenstandswerte unterdurchschnittlich. „Betriebe, die eine gute Unternehmenskultur leben, haben eine geringere Fluktuation und eine höhere Produktivität“, betont auch Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer.

Krank in die Arbeit

Allerdings gibt Brunner auch zu bedenken: „Aus Umfragen wissen wir, dass die Sorge um den Arbeitsplatz ein wichtiger Faktor ist, der hier eine Rolle spielt. Dazu kommt, dass die Identifikation und die Verbundenheit mit dem Arbeitgeber in Vorarlberg eine größere ist als in anderen Regionen. Das führt dazu, dass viele auch dann zur Arbeit gehen, wenn sie sich einmal nicht ganz gesund fühlen.“

Bei uns in Vorarlberg wird viel im Bereich Vorsorge getan.

Manfred Brunner, VGKK