Der Job soll gesund sein

Markt / 26.10.2012 • 12:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Arbeit sollte keinesfalls krank machen. Foto: MEV
Arbeit sollte keinesfalls krank machen. Foto: MEV

Arbeitsmedizin setzt auf Prävention. Anfang 2013 startet fit2work nun auch in Vorarlberg.

Fit2Work. (VN-cro) Seit 1995 hat die Zahl krankheitsbedingter Frühpensionierungen jährlich zugenommen. Waren es damals, vor 17 Jahren, noch rund 3500 bewilligte Anträge, werden heute bereits rund 10.000 Pensionierungen verzeichnet. Mit 22 Prozent sind psychische Belastungen am Arbeitsplatz der Hauptgrund. Eine repräsentative österreichweite Studie ergab, dass rund ein Viertel der Befragten seinen Arbeitsplatz in Bezug auf den Leistungsdruck negativ bewertet. Aber auch die fehlende Anerkennung und Wertschätzung macht 22 Prozent der Teilnehmer zu schaffen, ebenso die ständige Erreichbarkeit rund um die Uhr. Sie wurde von jedem Fünften als Stressfaktor genannt. Insgesamt fühlen sich 31 Prozent der befragten Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz gesundheitlich beeinträchtigt, 7 Prozent davon sogar sehr. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Rücken- und Kreuzschmerzen (46 Prozent), Nacken- und Schulterschmerzen (44 Prozent) sowie Augenprobleme (33 Prozent) und Kopfschmerzen (27 Prozent), 35 Prozent leiden unter Erschöpfung bzw. dem Gefühl, „ausgelaugt zu sein“.

Gesundheit fördern

Um die Gesundheit von Österreichs Unternehmen und Beschäftigten zu fördern bzw. zu erhalten, wurde daher die Initiative fit2work ins Leben gerufen. fit2work richtet sich an alle Unternehmen sowie Arbeitnehmer und (Kurzzeit-)Arbeitslose, deren Job aufgrund gesundheitlicher Probleme gefährdet ist und auch an jene, die wegen gesundheitlicher Probleme Schwierigkeiten haben, einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden. Durch die Beratungsleistung soll bereits in einem frühen Stadium erkannt werden, ob Arbeitnehmer Gefahr laufen, invalid zu werden. So genannte Case Manager begleiten die Betroffenen während des gesamten Prozesses und ermöglichen im Bedarfsfall dem Klienten auch einen Zugang zu den Rehaleistungen der zuständigen Stellen und weiteren Beratungseinrichtungen. „Das Ziel von fit2work ist die Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit verbunden der nachhaltige Verbleib sowie die Wiedereingliederung der Betroffenen in den Arbeitsprozess“, erklärt Dr. Christine Klien, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin. Aber auch Betriebe werden speziell beraten, um Arbeitsplätze gesünder zu gestalten und Maßnahmen zur Gesundheitsprävention im Betrieb zu treffen.

Ein vorbildlicher Betrieb erfüllt nicht nur die Forderungen des Arbeitnehmerschutzes, sondern sieht sich in der Verantwortung, Menschen eine Arbeit zu geben, die gesundheitsförderlich ist. „Denn Arbeit ist ja grundsätzlich etwas Positives“, betont die ärztliche Leiterin des Arbeitsmedizinischen Zentrums in Vorarlberg. Was die Gesundheit am Arbeitsplatz anbelangt, werden auch Unternehmen vermehrt hellhörig. Mitarbeiter, die sich wohl und gesund fühlen, sind eben auch leistungsfähiger. Das sorgt für Zufriedheit auf beiden Seiten.

Arbeit ist ja etwas Positives. Der Sinn ist es ja, etwas zu leisten.

Dr. Christine Klien