Die Zukunftsängste der Vorarlberger nehmen zu

Markt / 26.10.2012 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

52 Prozent haben
Inflationsängste – nur 42 Prozent halten ihre
Arbeitsplätze für sicher.

Ernest Enzelsberger

Schwarzach. „Die Zukunftsängste der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger haben seit dem letzten Jahr stark zugenommen – und zwar in einem Ausmaß, das ich nicht erwartet habe. Trotzdem ist die tatsächliche Lage meiner Ansicht nach nicht so dramatisch, wie es in den Umfragewerten zum Ausdruck kommt.“

So der Meinungsforscher Edwin Berndt gegenüber den VN. Er hat die Zukunftsängste der Vorarlberger in Bezug auf eine mögliche Inflation, die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze und das Vertrauen in den Euro abgefragt.

Nach den Ergebnissen der repräsentativen Umfrage haben insgesamt 52 Prozent der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger Inflationsängste. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2011 waren das erst 28 Prozent. Die Befürchtungen sind bei älteren Menschen nochmals um fünf Prozentpunkte höher.

Die gestiegenen Befürchtungen hängen mit der weiterhin ungelösten Finanzkrise zusammen. Die Menschen verfolgen mit Sorge, dass gigantische Geldbeträge ohne sichtbaren Erfolg nach Griechenland gepumpt werden.

Weniger Zufriedenheit

Sichere Arbeitsplätze zählen nach den wichtigen Faktoren Gesundheit und Lebensglück mit zu den höchsten Gütern im Empfinden der Bevölkerung.

Nur 42 Prozent halten aber die Arbeitsplätze für sicher, vor einem Jahr waren das noch 62 Prozent. Für 53 Prozent sind ihre Stellen „weniger“ oder „gar nicht“ sicher.

Was die Zufriedenheit am Arbeitsplatz anbelangt, so wird diese von der Schulbildung und der sozialen Situation stark beeinflusst. Mit steigendem Einkommens- und Bildungsniveau nimmt die Zufriedenheit stark zu. Abgänger höherer Schulen sind zu 58 Prozent zufrieden, solche mittlerer Schulen zu 47 Prozent – Pflichtschulabgänger aber nur zu 28 Prozent.

60 Prozent glauben an den Euro

Immerhin 60 Prozent der Befragten sind aber überzeugt, dass es den Euro in fünf Jahren noch geben wird. 22 Prozent verneinen dies und 18 Prozent haben dazu keine Meinung. Das Vertrauen wächst mit zunehmendem Alter sowie dem Einkommens- und Bildungsniveau.

Das Scheitern des Euro wäre für viele ein Fiasko. „Daher schwingt für viele die Hoffnung mit, dass dies nicht eintreten wird, also ein Zweckoptimismus. Nach dem Motto: Was nicht sein darf, das nicht sein kann“, glaubt Berndt abschließend.