„Schlag gegen Schienengüterverkehr“

Markt / 26.10.2012 • 22:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Manfred Rein fordert die Politik zu Taten auf. Foto: VN
Manfred Rein fordert die Politik zu Taten auf. Foto: VN

WKV-Präsident Rein kritisiert Angebotskürzung der ÖBB-Tochter Rail Cargo.

Feldkirch. Die ÖBB-Tochter Rail Cargo setzt dem Schienengüterverkehr laut Aussendung der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) mit einer weiteren drastischen Angebotskürzung hart zu. WKV-Präsident Manfred Rein spricht von mutwilliger Zerstörung eines funktionierenden Systems. Nun sei die Politik gefordert.

Wie es weiter heißt, offenbarte sich die RCA-Sanierung für die im unbegleiteten kombinierten Verkehr (Container-Verkehr) operierenden Vorarlberger Transportunternehmen bereits 2010 mit unterjährigen, teils massiven Preiserhöhungen und fand im April 2011 mit NINA, dem Nationalen Intermodalen Netzwerk Austria, seinen Höhepunkt. Jetzt sorgt eine zusätzliche Reduzierung des Angebots für Unmut in der Vorarlberger Transportwirtschaft.

Villach und Graz gestrichen

Laut Schreiben der RCA an die Unternehmen mache eine kritische Analyse der Ergebnislage deutlich, dass der nationale intermodale Verkehr in seiner derzeitigen Form betriebswirtschaftlich nicht darstellbar ist und daher eine Neukonzeption des Systems notwendig sei. Kurz: Die Relationen nach Villach und Graz werden ab 9. Dezember 2012 aus dem NINA herausgenommen und sind nur noch über das Basisnetz verfügbar. Somit wird im nationalen UKV (unbegleiteten kombinierten Verkehr) einzig die Relation Wien/Wels–Vorarlberg angeboten.

Das notwendige Ausweichen über das angesprochene Basisnetz bedeutet eine Preiserhöhung von 60 Prozent und eine Verlängerung der Laufzeiten von ein bis zwei Tagen.

„Damit ist der Schienengüterverkehr zur Straße nicht mehr konkurrenzfähig“, zeigt sich Rein über die Maßnahme der RCA verärgert. „Unsere Absicht, von der Straße auf die Schiene zu verlagern, wird damit zunichte gemacht“, so Rein. Vom Projekt Energiezukunft Vorarlberg könne man sich so gleich verabschieden.

Jetzt, so Rein, sei die Politik gefordert, statt der ewigen Sonntagsreden über Verlagerung auf die Schiene Taten zu setzen und einzugreifen.