Der Kollege tickt anders

Markt / 02.11.2012 • 11:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mann und Frau beim Kommunizieren. Für das jeweils andere Geschlecht ist das mitunter eine Fremdsprache. Foto: Bilderbox
Mann und Frau beim Kommunizieren. Für das jeweils andere Geschlecht ist das mitunter eine Fremdsprache. Foto: Bilderbox

Warum Frauen und Männer im Büroleben oftmals aneinander vorbeireden.

BÜROSPRACHE. (VN-dh) Da versteh’ einer den Vorgesetzten. Jetzt haben Sie sich solche Mühe gegeben und extra nochmals nachgefragt und dann hat das Ergebnis doch wieder nicht gepasst. Männer sprechen eben anders als Frauen, was zu gegenseitigen Missverständnissen führen kann, obwohl beide dasselbe Ziel vor Augen haben. Der Kollege bzw. die Kollegin tickt eben anders. Das ist jedoch kein unüberwindbares Hindernis, wenn man sich ins andere Geschlecht hineinversetzt. Männern geht es um die Übermittlung von Informationen und das Lösen von Aufgaben – sie kommen unverblümt zum Punkt. Unter Frauen dient Sprache ebenfalls dazu, Aufgaben zu lösen. Gleichzeitig soll sie allerdings Beziehungen stärken, Stress abbauen und zum Wohlbefinden aller beitragen.

Und so funktioniert’s

Wenn eine Kollegin einen Kollegen fragt, ob ihm auch so kalt sei, so will sie eigentlich, dass der männliche Mitarbeiter das Fenster schließt bzw. die Heizung höher aufdreht. Denn Frauen neigen dazu, nicht kurz und bündig eine Frage zu stellen, sondern das ganze höflich zu umschreiben. Das erwartet Frau auch, wenn sie ein Ergebnis präsentiert. Mit einem schlichten „Okay, gut gemacht!“ trägt Mann nicht gerade zur Motivationssteigerung bei. Vielmehr erwartet sie eine Begründung, warum das Resultat gefällt. Eine passende Antwort könnte etwa lauten: „Das Ergebnis ist wirklich richtig gut geworden. Vor allem, wie Sie das umgesetzt haben, ist wirklich imposant!“ Und eine simple Feststellung wie „Du warst beim Friseur“ wird bei ihr mitunter als „Du siehst aber bescheuert aus“ interpretiert. Denn Frau will unbedingt hören, dass ihr die neue Frisur auch bestens steht, hat sie doch eh so viel gekostet.

Knappe Männersprache

Doch auch die Männerwelt will verstanden werden. Wenn Frauen denken, dass ihnen das „starke Geschlecht“ alles aus den Augen lesen kann, mag das eine romantische Vorstellung sein, mit dem beruflichen Alltagsleben hat dies aber wenig zu tun. Denn Männer lieben klare und sachliche Ansagen. Bei einem Gehaltsgespräch mit dem Chef hat es also wenig Sinn, ihm einen Vortrag über die private Situation oder die teuren Lebenskosten zu halten. Mit Fakten, was Sie für die Firma leisten, kommt Frau schon eher ans Ziel. Und keine Vergleiche mit männlichen Mitarbeitern ziehen. Für Frauen gilt: Wenn Männer wortkarge Antworten geben, heißt dies nicht, dass sie unzufrieden mit der Leistung sind. Als Frau können Sie ruhig einmal das Knappe annehmen. Wenn also der Vorgesetzte lobende Worte für Ihre Arbeit findet, genügt oftmals ein „Dankeschön“. Lange Erklärungen wie „Es war nicht einfach, aber wir waren ein tolles Team“, können bei den Nicht-Frauenverstehern durchaus als Schwäche interpretiert werden.

Frauen und Männer haben eben ihre unterschiedlichen (Sprach-)Stile. Während es ihm um Übermittlung von Informationen und Lösen von Aufgaben geht, liegt ihr auch das Wohlbefinden der anderen am Herzen. Und genau diese Mischung ist es, die ihn und sie zum echt starken Team macht.