Unqualifizierte – die großen Verlierer

Markt / 02.11.2012 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg hat bei den 20- bis 25-Jährigen am stärksten zugelegt.

Ernest Enzelsberger

Bregenz. Die Arbeitslosigkeit steigt insgesamt weiter. In Vorarlberg hat aber die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr mit einem Plus von 4,0 Prozent in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen am stärksten zugelegt.

Innerhalb dieser Altersgruppe ist allerdings bei den unter 20-Jährigen sogar ein leichter Rückgang (minus 16 Arbeitslose), bei den 20- bis 25-Jährigen jedoch eine kräftige Ausweitung der Arbeitslosigkeit um 78 Personen bzw. 6,6 Prozent zu verzeichnen. Betroffen sind davon insgesamt 1255 Personen. Um 60 mehr als im Vorjahr befinden sich aus dieser Altersklasse in Schulungen. Die großen Verlierer sind dabei die wenig bzw. nicht qualifizierten Jugendlichen.

Fehlende Qualifikationen

Laut dem Vorarlberger AMS-Geschäftsführer Anton Strini sind die Hauptursachen für die starke Zunahme der Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe vor allem ein Mangel an fachlicher und/oder persönlicher Qualifikation, etwa fehlende sozialer Kompetenz (mangelnde Team- und Kommunikationsfähigkeit), keine Berufsausbildung (Hilfsarbeitskräfte), schlechte Schulnoten bzw. Lehrabschlüsse, Studienabbruch, Arbeitsplatzsuche nach einer Lehre in weniger gefragten Lehrberufen oder Wechsel des Betriebs nach einer Lehre, aber vor Ableistung des Grundwehr- oder Zivildiensts.

Arbeitslose Akademiker

Aber auch der eine oder andere Akademiker mit einem „exotischen“ Abschluss oder auch mangelnder Sozialkompetenz ist darunter.

Insgesamt waren in Vorarlberg Ende Oktober bei den Geschäftsstellen des AMS 9349 Personen (4581 Männer und 4768 Frauen) arbeitslos vorgemerkt. Gegenüber dem Oktober 2011 hat die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg um
234 Betroffene bzw. 2,6 Prozent zugenommen. Damit weist das Ländle wieder den im Bundesländervergleich geringsten Anstieg der Arbeitslosigkeit aus. 2506 Personen befanden sich Ende Oktober in diversen Schulungsprogrammen, um 189 bzw. 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

In den meisten Berufsbereichen sind mehr Jobsuchende vorgemerkt als im Vorjahr. Nach wie vor sind Arbeitnehmer in Hilfsberufen deutlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen.

Aber auch in den Metall- und Elektro-, in den Tourismus- oder in den Reinigungsberufen hat die Arbeitslosigkeit zugelegt.

AMS-Chef Anton Strini: „Hilfsberufe sind stärker vom Jobverlust betroffen.“­ Foto: VOL.AT
AMS-Chef Anton Strini: „Hilfsberufe sind stärker vom Jobverlust betroffen.“­ Foto: VOL.AT