Vertrauen in staatliche Pensionen im Keller

Markt / 02.11.2012 • 19:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nur 29 Prozent halten staatliche Pension für sicher. Zustimmung nimmt über Jahre ab.

Schwarzach. (VN-reh) Wie sicher sind die staatlichen Pensionen? Dieser Frage geht eine aktuelle Umfrage in Vorarlberg nach. Eines fällt auf: Die Zahl derer, die die Pensionen als sicher bzw. sehr sicher ansehen, ist seit dem Jahr 2006 merklich zurückgegangen. Waren es 2010 noch 47 Prozent, sind es heuer nurmehr 29 Prozent.

Die Zahl der Pessimisten nimmt also zu. Und hier zeigt sich auch: Frauen sind pessimistischer als Männer, was die Sicherheit der Pensionen anbelangt, und je jünger die Befragten sind, desto unsicherer sehen sie sich der Thematik gegenüber. Angehörige der Oberschicht sind grundsätzlich optimistischer.

Vertrauen auf Tiefpunkt

„Die Zustimmung ist derzeit viel niedriger als 2010. Das Vertrauen in die Politik hat derzeit in vieler Hinsicht einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Gesicherte Pensionen sind ein Eckpunkt unseres Sozialsystems, dennoch hat angesichts der wenig ver­trauenswürdigen Politik auch die Zuversicht in diesen Belangen stark gelitten“, so Marktforscher Edwin Berndt. Man traue den Politikern kaum mehr etwas Positives im Sinne von Problemlösungen zu.

Selbst über Antritt entscheiden

Die Entscheidung über den Zeitpunkt des Pensionsantritts möchte die Mehrheit (53 Prozent) den Betroffenen selbst überlassen. Jüngere sind dabei die größten Befürworter. Auch Berufstätige sind eher für dieses Ansinnen als solche, die es nicht sind.

Ebenfalls eine Mehrheit (54 Prozent) spricht sich gegen den Vorschlag aus, dass jeder Versicherte nur so viel Pension erhält, wie durch Beiträge gedeckt ist.

Altersanhebung nicht beliebt

Auch der Vorschlag nach einer Anhebung des Pensionsantrittsalters ist bei den Befragten trotz Hinweis auf die Pensionssicherheit nicht beliebt. 59 Prozent sind dagegen. Unter den Männern finden sich hier mehr Zustimmende als bei den Frauen. Zudem finden sich unter den älteren Menschen deutlich mehr Befürworter. „Diese sind von einer Anhebung allerdings selbst auch nicht mehr betroffen, sie können daher leicht dafür sein“, betont Edwin Berndt. Auch bei Zugehörigen zur Oberschicht ist die Zustimmung tendenziell stärker.

Das Vertrauen in die Politik hat einen Tiefpunkt erreicht.

Dr. Edwin Berndt