Ein Euro-Aus wäre für die heimische Wirtschaft fatal

Markt / 04.11.2012 • 21:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

IHS-Studie zeigt Szenario für Österreich bei Zerfall der Eurozone.

Wien, Athen. Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat Krisenszenarien für den Zerfall der Eurozone durchgerechnet und kommt dabei zum Schluss, dass es für Österreich am günstigsten wäre, wenn die Problemländer reformieren würden, keine Schulden abgeschrieben werden müssten und die Einheit des Währungsraums erhalten bliebe.

Bei einem kompletten Zerfall des Euroraums könnte die heimische Volkswirtschaft im Jahr 2016 um knapp elf Prozent weniger produzieren, als dies im Positivszenario der Fall wäre. Dies geht aus einer Studie des Instituts hervor, das von der Wirtschaftskammer in Auftrag gegeben wurde.

Ein alleiniger Austritt Griechenlands hätte für die österreichische Volkswirtschaft „relativ geringe“ Folgen (13.100 mehr Arbeitslose im ersten Jahr). Deutlich schwerwiegender wäre die Situation bei Herausbildung eines Nord-Euro (Austritt Griechenlands, Spaniens, Italiens, Portugals, Irlands und Zyperns). In dem Fall würde das BIP Österreichs 2016 um 7,5 Prozent niedriger sein. Die Zahl der Arbeitslosen würde um 80.000 steigen.

Im schlimmsten Fall (Zerfall des Euro) würde das Minus im Vergleich zum Alles-wird-gut-Szenario 10,75 Prozent betragen. Die Zahl der Arbeitslosen würde um 157.000 Personen höher sein, die Arbeitslosenquote würde sich beinahe verdoppeln. In beiden Fällen würde das staatliche Defizit u. a. wegen nötiger Bankenrettungen stärker steigen, die Exportwirtschaft unter einer härteren Währung leiden.

„Die Simulationen zeigen klar, dass unter den oben genannten Szenarien das Basis­szenario (Fortbestand des Euro und radikale Reformen) am positivsten ist“, resümiert das Autorenteam unter Führung von IHS-Chef Christian Keuschnigg die wichtigste Schlussfolgerung.