Preissituation bereitet Sorgen

Markt / 06.11.2012 • 22:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Vorarlberger KMU-Studie: Gute Auftragslage, Sorge um Rohstoff- und Energiepreise.

Dornbirn. Vorarlbergs Klein- und Mittelbetriebe (KMU) sind die Säulen der heimischen Wirtschaft. Erstmals gibt jetzt eine repräsentative Studie Aufschluss über das Befinden der Betriebe – und das selbst in den einzelnen Regionen des Landes. Dazu hat die Fachhochschule Vorarlberg im Auftrag der Vorarlberger Raiffeisenbanken auf wissenschaftlicher Basis 400 Unternehmen interviewt. Ergebnis: Die Grundstimmung ist überwiegend positiv. Vorarlbergs KMU sind mit ihrer aktuellen Situation zufrieden. Der Gesamtindex des „Vorarlberger Raiffeisen-Wirtschaftsmonitors“ liegt bei 29,6 Punkten (Anm.: Bandbreite -100/+100) im positiven Bereich.

Gute Auftragslage

Am größten ist die Zufriedenheit mit dem Standort Vorarlberg (siehe Grafik), dem die Betriebe ein gutes Zeugnis ausstellen. Auch die Auftragslage und die Personalsituation werden durchwegs positiv bewertet. Der Fachkräftemangel ist laut Studie bei den heimischen KMU-Betrieben kein beherrschendes Thema. „In den Regionen gibt es eine enge Bindung zwischen Personal und den Betrieben. Dort ist die Fluktuation deutlich geringer als in Ballungszentren“, erklärt Prof. Dr. Frederic Fredersdorf von der FH Vorarlberg.

Unter allen abgefragten Aspekten wird von den 400 Betrieben nur einer negativ bewertet: die Einschätzung der Rohstoff- und Energiepreise. Sie bereitet den Unternehmen mit einem negativen Indexwert von minus 52,9 Punkten merklich Sorgen.

Mit 22 Punkten im Plus, aber dennoch unter dem Gesamtschnitt ist die Investitionsbereitschaft. „Da ist eine gewisse Zurückhaltung durchaus ablesbar“, so Raiffeisen-Vorstand Dr. Johannes Ortner, Auftraggeber der Studie. Die Betriebe hätten in den letzten beiden Jahren den Investitionsstau aufgeholt. Die aktuelle Studie zeige aber im Gegensatz zu anderen Umfragen, dass es um die Investitionsbereitschaft im Land nicht so schlecht bestellt sei, so Ortner weiter.

Leicht negativer Trend

Die erstmals durchgeführte Studie der FH zeigt ein aktuelles Stimmungsbild, will gleichzeitig auch einen Ausblick auf das nächste Jahr geben. Und der sieht in allen sieben Teilbereichen eine Verschlechterung. Die Studienautoren sprechen von einem leicht negativen Trend.

Regionale Unterschiede

Als erste repräsentative Studie analysiert der „Vorarlberger Raiffeisen-Wirtschaftsmonitor“ die unterschiedlichen Stimmungen in den einzelnen Regionen. Demnach geht es Betrieben in Bludenz/Klostertal, dem Arlberg/Kleinwalsertal, dem mittleren Rheintal und dem Bregenzerwald am besten. Die Stimmung der Klein- und Mittelbetriebe in Bregenz und dem Montafon ist deutlich schlechter. Auffallend schlecht sehen Betriebe im Walgau/Großen Walsertal/Frastanz/Satteins und im Montafon den Ausblick fürs nächste Jahr. Kaum eine Verschlechterung der Situation erwarten sich die befragten Geschäftsführer und Eigentümer der KMU in Bludenz und dem Klostertal, dem Arlberg und dem Kleinwalsertal sowie dem mittleren Rheintal.

Positive Stimmung

Abgefragt wurde in der Studie auch das Stimmungsbild in einzelnen Branchenclustern. Dienstleistungsbetriebe sehen ihre Situation mit 34,1 Punkten, gefolgt vom Bau (31,5 Punkte), der Produktion (29,9 Punkte), Beherbergungsbetrieben und Gastronomie (26,5 Punkten) und dem Handel (22,6 Punkten), am besten.

Es gibt in allen Bereichen einen leicht negativen Trend.

Dr. Frederic Fredersdorf