Staatshilfe schützt auch Vorarlberger Hypobank

Markt / 14.11.2012 • 22:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Hypo Alpe Adria benötigt weitere 1,5 Mrd. Euro. Vorarlberger Hypo davon nicht betroffen.

SCHWARZACH. Bei der 2009 vor dem Zusammenbruch geretteten Hypo Alpe Adria muss der Staat bis zum Jahresende eine Kapitallücke von 1,5 Milliarden Euro schließen, damit die Kärntner Bank überhaupt bilanzieren kann. Der erste Teil – 500 Mill. Euro in Form einer Aktienkapitalerhöhung – ist seit gestern unterwegs. Alleinaktionär ist der Bund. Für die restliche fehlende Milliarde soll es eine Anleihe mit Eigenkapitalcharakter geben. Dieser spezielle Bond der Staatsbank wird dazu noch extra vom Bund garantiert.

Auf die Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank hat das keine Auswirkungen, wie Vorstand Michael Grahammer gegenüber den VN bestätigt. „So wie jetzt hat die Hypo Alpe Adria ja schon mehrmals Staatshilfe bekommen, was uns aber nicht betrifft, da ja die Kärntner Hypo dem Bund gehört“, sagt Grahammer.

„Kein Haftungsverbund“

Einen Haftungsverbund unter den Hypobanken gibt es nicht, wie er betont. Im „worst case“ – also erst wenn die Republik Österreich nicht mehr zahlt – würden eine gemeinsame Einlagensicherung sowie die Pfandbriefstelle der Landes-Hypothekenbanken für die ausfallende Bank haften. „Das halte ich“, sagt Grahammer, „jedoch für völlig undenkbar.“

Einlagensicherung nicht nötig

Ebenfalls für unrealistisch hält das derzeit Klaus Grubelnik von der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA). „Indem die Republik Österreich die Hypo Alpe Adria Bank AG zur Gänze übernommen hat, hat sie damals verhindert, dass der Einlagensicherungsfall eintritt und damit die anderen Landes- und Hypothekenbanken für ihre Schwester aus Kärnten einspringen müssen“, so Grubelnik zu den VN. Jede weitere Eigenkapitalstärkung durch den Eigentümer Republik Österreich sei ein Beitrag, dass der Einlagensicherungsfall auch künftig nicht eintreten wird.

Anleihe fast schon vergriffen

Die Eigenkapitalquote stärkt derzeit auch die Vorarlberger Hypobank mit einer nachrangigen 10-Jahres-Anleihe, die über einen Kupon von fünf Prozent per annum verfügt. „Sie verkauft sich besser, als wir angenommen haben, wenn es so weitergeht, ist sie in einer Woche ausverkauft“, sagt Grahammer und fügt hinzu: „Wir haben eben nicht die Probleme, die die Hypo Alpe Adria aufgrund der Ereignisse in der Vergangenheit hat.“

Dass wir für die Hypo Alpe Adria haften, ist völlig undenkbar.

Michael Grahammer

Stichwort

Einlagensicherung ist zum Schutz der Spareinlagen von Kunden bei Kreditinstituten im Falle der Insolvenz. In Österreich sind Einlagen natürlicher Personen bis zu 100.000 Euro pro Person und Kreditinstitut gesichert. Die Einlagensicherung der Banken & Bankiers sichert nur Einlagen bei ihren Mitgliedsinstituten. Den Sektoren entsprechend haben der Sparkassen-, Raiffeisen-, Volksbanken- und der Landes-Hypothekenbanken-Bereich eigene Sicherungseinrichtungen.