Inflation kletterte stärker als erwartet

Markt / 15.11.2012 • 22:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien. Die Inflationsrate könnte in Österreich heuer im Gesamtjahr auf zirka 2,5 Prozent ansteigen, mehr als die 2,3 Prozent, die noch Ende September vom Wirtschaftsforschungsinstitut und dem IHS prognostiziert worden waren. Dies sagte WIFO-Experte Marcus Scheiblecker nach der Veröffentlichung des Oktober-VPI von 2,8 Prozent durch die Statistik Austria.

Bei der absehbaren Korrektur nach oben handle es sich aber nur um eine „numerische Anpassung“ und um keine substanzielle Änderung, betonte Scheiblecker: Qualitativ bleibe das Bild gleich, denn es sei für 2013 weiterhin von einer Mäßigung der Inflation auszugehen. Grund dafür sei die schwache Konjunktur, die die Energiepreise zurückgehen lassen dürfte – wie dies schon die Spritpreisrückgänge im Oktober und jetzt im November gezeigt hätten. Auch die anhaltende Seitwärtsentwicklung des Konsums spreche nicht für einen Energiepreisanstieg.

Ärmere stärker betroffen

Klar sei, dass die Inflation ­ärmere Schichten der Bevölkerung stärker treffe, so Scheiblecker, dies zeigten auch die deutlicheren Preisanstiege beim Mikrowarenkorb, dem typischen Tageseinkauf (ohne Sprit), um 3,5 Prozent binnen Jahresfrist.

Dass die Inflationsrate insgesamt im Oktober weiter von 2,7 auf 2,8 Prozent angestiegen ist, kommt für den WIFO-Experten überraschend: „Ich hätte eher mit einem Gleichbleiben oder einem Rückgang gerechnet.“ Vor allem der deutliche Mietenanstieg sei nicht ganz erklärbar: „3,9 Prozent ist viel“, so der Experte.