Wallner macht Zukunft der Hypo zur Chefsache

Markt / 15.11.2012 • 22:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Möglicher Ausstieg Baden-Württembergs aus der Hypo Landesbank: „Es ist gut zu wissen, dass man ein Vorkaufsrecht hat“, so LH Wallner. FotoS: VN
Möglicher Ausstieg Baden-Württembergs aus der Hypo Landesbank: „Es ist gut zu wissen, dass man ein Vorkaufsrecht hat“, so LH Wallner. FotoS: VN

Deutsche Beteiligung an der Hypo auf dem Prüfstand der EU. Land froh über Vorkaufsrecht.

Bregenz. Ein Beihilfeverfahren der EU stellt die Beteiligung des Landes Baden-Württemberg an der Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank in Frage (die VN berichteten). Das deutsche Bundesland hält über ihre Geldinstitute Landesbank Baden-Württemberg und Landeskreditbank Baden-Württemberg 25 Prozent der Hypo-Anteile (siehe Kasten).

Die EU-Kommission könnte jetzt das Engagement der Nachbarn in Vorarlberg beenden. Eine Entscheidung wird für das kommende Frühjahr erwartet. Damit bestünde für das Land Vorarlberg die Chance, die Hypo Landesbank wieder gänzlich in Landes-Besitz zu bekommen.

Froh über das Vorkaufsrecht

Er würde einer Entscheidung ungern vorgreifen wollen, so Landeshauptmann Markus Wallner gestern auf die Frage, ob das Land von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen wolle. „Es braucht derzeit keine übereilten Entscheidungen.“ Mehrere Optionen seien denkbar. „Aber es ist gut zu wissen, dass man ein Vorkaufsrecht hat. Das gibt eine gewisse Sicherheit“, so Wallner zu den VN.

Interne Überlegungen seien jedenfalls bereits im Gange. „Man muss sich natürlich vorbereiten. Wir stehen in guten Gesprächen mit Baden-Württemberg.“ Wenn Schritte getätigt werden, dann müsse dies gemeinsam geschehen. „Ich werde selber genau darauf achten, dass es zu der richtigen Entscheidung kommt“, macht Wallner die Zukunft der Hypo Landesbank zur Chefsache. Die Bank sei exzellent geführt und so auch gut durch die Krise gekommen. „Sie ist für Vorarlberg und die heimische Wirtschaft von enormer Bedeutung“, so Wallner.

Gute Erfahrungen

Die Beteiligung Baden-Württembergs am heimischen Geldinstitut besteht seit 14 Jahren. Es sei eine gute und strategisch richtige Entscheidung gewesen. „Die Erfahrungen sind durchgängig positiv.“ Wallner spricht von einer guten und fairen Partnerschaft und davon, dass man im Kontakt stehe und sich jetzt bei den Optionen abstimme.

Konkret gibt es bei einem Verkauf drei denkbare Szenarien. So könnte eine andere Bank oder ein institutioneller Anleger die Anteile erwerben. Würde niemand die Anteile kaufen wollen, könnten sie auch im Eigentum der beiden Banken aus Baden-Württemberg bleiben. Oder eben das Land macht von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch und führt die Bank wieder gänzlich in Landesbesitz zurück.

Der Nominalwert der Beteiligung wird mit 35 Millionen Euro angegeben. Der Verkaufswert ist Verhandlungssache.